Reha für das kranke Herz
Ausdauertraining, zum Beispiel auf dem Ergometer, ist fester Bestandteil der kardiologischen Rehabilitation. (Foto: Martinan/Fotolia)Für herzkranke Patienten reicht es nicht aus, sich im Fall der Fälle in einer Akutklinik „wiederherstellen“ zu lassen. Vielmehr ist im Anschluss daran eine gute und vor allem ganzheitliche Rehabilitation wichtig.
Ganzheitlich bedeutet: Nicht nur die Krankheit selbst muss austherapiert werden. Um einen Rückfall zu verhindern, gilt es zudem, an etwaigen schlechten Lebensgewohnheiten zu arbeiten – zum Beispiel dem Rauchen, Übergewicht oder einer ungesunden Ernährung. Außerdem ist körperliches Training, eine psychologische Betreuung und soziale beziehungsweise berufliche Rehabilitation wichtig. Dafür müssen Mediziner und Therapeuten verschiedenster Fachrichtungen (Physio-, Ergo-, Psychotherapie) eng zusammenarbeiten.
Der Patient muss mitarbeiten
Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation teilt die Rehabilitation herzkranker Menschen in drei Phasen:
- Phase I umfasst die stationäre Akutbehandlung, also vor allem die medizinische Behandlung direkt nach einem Infarkt oder einer Operation.
- Phase II beschreibt die anschließende Rehabilitation in einer spezialisierten Klinik, entweder stationär oder ambulant.
- Phase III bedeutet lebenslange Nachsorge, sprich medizinische Betreuung am Wohnort und Bewegungstherapie, etwa im Rahmen einer Herzsportgruppe.
Wichtig ist, dass der Patient erstens fit und zweitens motiviert genug für die Rehabilitation ist – denn ohne seine Mitarbeit kann sich langfristig kein Erfolg einstellen.
Körperliche Fitness verbessern
Ziel ist neben dem Reduzieren der Beschwerden immer auch die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, denn mangelnde Fitness gehört neben Rauchen und Übergewicht zu den größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Leichtes Ausdauer- und Krafttraining hilft, die Fitness zu verbessern. Wie das Training während der Reha allerdings im Detail aussieht, ist individuell verschieden. Teil davon ist stets die Anleitung, wie der Patient sich auch später fit halten kann, ohne sich zu überlasten.
Je nachdem ob Übergewicht abgebaut oder die Ernährung umgestellt werden muss, wird er auch darin geschult und unterstützt. Zudem gibt es eine psychologische Betreuung, die bei der psychischen Verarbeitung der Erkrankung hilft. Teils müssen dazu persönliche Konflikte gelöst werden, die zur Erkrankung oder den auslösenden Lebensgewohnheiten geführt haben, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen.
Berufliche Rehabilitation
Gerade für jüngere Patienten ist die berufliche Rehabilitation von Bedeutung. Eine chronische Herz-Kreislauf-Erkrankung kann dazu führen, dass die Betroffenen in ihrem Beruf nicht mehr oder nicht mehr unter den gleichen Umständen arbeiten können.
Teils sind Umschulungen oder Hilfsmittel nötig, für die finanzielle Zuschüsse beantragt werden können – je nach Zuständigkeit bei der gesetzlichen Renten- oder Unfallversicherung beziehungsweise der Bundesagentur für Arbeit. Auch über die Möglichkeiten in diesem Bereich wird der Patient in der Rehaklinik beraten.

