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Pilates – Power aus der Körpermitte

Die Kraft kommt aus der Körpermitte: Pilates-Übungen müssen präzise und konzentriert durchgeführt werden. (Foto: IsoK/Fotolia)Die Kraft kommt aus der Körpermitte: Pilates-Übungen müssen präzise und konzentriert durchgeführt werden. (Foto: IsoK/Fotolia)

Sanftes Muskeltraining verbessert die Haltung und schont den Rücken.

„Nach 10 Stunden fühlen Sie sich besser, nach 20 Stunden sehen Sie besser aus, nach 30 Stunden haben Sie einen neuen Körper“: Ein ehrgeiziges Motto hat sich Pilates-Erfinder Joseph Hubert Pilates gesetzt, als er in den 1930er Jahren die Grundprinzipien seines ganzheitlichen Körpertrainings formulierte. Heute sind Pilates-Kurse aus den meisten Fitnessstudios nicht mehr wegzudenken. Kennzeichnend für das Pilates-Training sind langsame, fließende Bewegungen, die mit viel Konzentration, Körperspannung und bewusst kontrollierter Atmung ausgeführt werden müssen.

Ursprünglich war das Training besonders bei amerikanischen Tänzern und Leistungssportlern beliebt. Doch als Ende der 1990er Jahre bekannt wurde, dass auch Stars wie Madonna oder Sharon Stone sich mit Pilates fit halten, verbreitete sich die Methode rasend schnell.

Stärkung der Tiefenmuskulatur

Ziel des Trainings ist es, die tiefe Muskulatur des Rumpfes, also im Becken, in der Taille, im Bauch und an der Wirbelsäule, zu dehnen und zu kräftigen. Das sorgt für eine bessere Körperhaltung und beugt schmerzhaften Verspannungen im Rücken vor.

Die etwa 500 Übungen, die sich Joseph Pilates ausgedacht hat, fußen auf einem Modell mit den folgenden sechs Grundprinzipien:

  1. Der Bewegungsfluss: Die Bewegungen sind geschmeidig, detailgenau, anmutig – so fördern die Übungen insgesamt die Beweglichkeit.
  2. Die Zentrierung: Bewegungen entspringen immer dem Körperzentrum auf Höhe des Bauchnabels – „Powerhouse“ wird dieses in der Pilates-Sprache genannt.
  3. Die Atmung: Bewusst und tief soll bei den Übungen ein- und ausgeatmet werden. So wirken sie kräftigend und gleichzeitig entspannend.
  4. Die Kontrolle: Keine Bewegung darf unachtsam ausgeführt werden – immer steht die absolute Körperkontrolle und -beherrschung im Mittelpunkt. Das schützt auch vor Verletzungen.
  5. Die Genauigkeit: Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, müssen selbst kleinste Bewegungen präzise ausgeführt werden.
  6. Die Konzentration: Sie ist die Voraussetzung für alle Prinzipien. Während des Trainings sollte die Außenwelt am besten aus den Gedanken ausgeschlossen werden.

Weil Pilates das Körperzentrum kräftigt, verbessert sich langfristig nicht nur die Haltung. Auch die Muskeln werden straffer, die Bewegungen leichtfüßiger und gleichzeitig sicherer. Bei jenen, die sich darauf einlassen, sorgt Pilates zudem für mentale Ausgeglichenheit.

Professionelle Anleitung ist wichtig

Geeignet ist Pilates grundsätzlich für jede Alters- und Fitnessstufe, da es die Gelenke schont. Der Vorteil: Wer die Übungen, die meist auf dem Boden stattfinden, zuhause ausführen will, braucht lediglich eine Gymnastikmatte. Weil es aber stets auf die Präzision der Bewegung ankommt, ist es ratsam, sich als Laie zunächst professionell anleiten zu lassen.

Profis können die Übungen sogar zwischendurch im Büro durchführen. In Pilates-Kursen wird das klassische Training oft weiterentwickelt und mit Hilfsmitteln wie Fitnessbändern (Thera-Band), Gummibällen oder Wippen kombiniert.

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