Patient Fuß: Beim Podologen in guten Händen
Druckstellen, starke Hornhautbildung, Diabetes – all das sind Anlässe, die Füße von einem Podologen behandeln zu lassen. (Foto: Wildworx/Fotolia) Medizinische Probleme am Fuß vom Fachmann behandeln lassen.
Sie tragen uns ohne zu murren überall hin, aber dennoch behandeln wir unsere Füße meist stiefmütterlich. Dabei können auch sie krank werden und leiden, können jucken, brennen, anschwellen, rissig werden, Druckstellen bekommen. In solchen Fällen sind die Füße beim Podologen gut aufgehoben. Er leistet medizinische Arbeit am Fuß, die weit über die reine Kosmetik hinausgeht. Beim Podologen geht es darum, Beschwerden adäquat zu behandeln, erklärt Alfons Pöppinghaus, langjähriger Präsident des Zentralverbands der Podologen und Fußpfleger Deutschlands (ZFD). Wer diese Berufsbezeichnung offiziell tragen will, muss eine Erlaubnis nach Paragraf 1 des Podologengesetzes (PodG) haben. Heißt: „Der Podologe hat eine zweijährige Ausbildung mit staatlicher Prüfung und verfügt über das für die Behandlung von Risikopatienten erforderliche Fachwissen. Eine kosmetische Fußpflege hingegen dient lediglich der reinen Pflege des gesunden Fußes“, so der Experte.
Diabetiker sollten zum Fachmann
Menschen, die unter Problemen wie Fehlstellungen, starker Verhornung und Druckstellen leiden, sollten eher den Weg zum Podologen als zum kosmetischen Fußpfleger wählen. So stellen sie sicher, dass beginnende Schäden frühzeitig erkannt und entsprechend therapiert werden. Außerdem darf nur der Podologe Rheumatiker oder Diabetiker auf kassenärztliche Verordnung behandeln. Besonders Patienten mit Diabetes wird der Gang zum Spezialisten empfohlen, denn die Stoffwechselerkrankung bringt häufig Hautprobleme und Nervenstörungen in den Füßen mit sich.
„Ein guter Podologe wird vor jeder Behandlung eine genaue Fußuntersuchung vornehmen, verletzungsfrei arbeiten und Ratschläge bezüglich Schuhen und Hautpflege geben“, sagt Alfons Pöppinghaus. Außerdem hängt meist die Berufsurkunde in den Praxen aus. So geht man auf Nummer sicher, dass die Ausbildung erfolgreich abgelegt wurde. Die Preise für eine Behandlung liegen zwischen 20 und 50 Euro, sie dauert je nach Diagnose etwa 40 bis 60 Minuten.
Das passiert bei der Behandlung
Am Anfang gibt es häufig ein Fußbad. Bei Diabetikern achten die Behandler darauf, dass dieses nicht zu heiß ist, denn sie leiden oft unter Empfindungsstörungen. Dann werden Füße und Nägel sorgfältig untersucht. Ein besonders prüfender Blick fällt auf mögliche Entzündungen, offene Wunden, Druckstellen, Blasen, Warzen, Hornhaut, Hühneraugen, eingewachsene Fußnägel und Geschwüre. Diese behandelt der Podologe jeweils mit speziellen Arbeitsgeräten. Außerdem schaut er sich Schuhe und Socken an und gibt Tipps zur Wahl von Form und Material. Ein staatlich geprüfter Podologe weiß genau, worauf es bei den einzelnen Patientengruppen ankommt. So wird er zum Beispiel eher nicht mit spitzen und scharfen Gegenständen an diabetischen Füßen arbeiten.
Je nach Hautzustand wählt er die passenden medizinischen Pflegeprodukte aus. Diese haben häufig einen hohen Gehalt an feuchtigkeitsbindendem Harnstoff (Urea), sind parfümfrei und besonders hautverträglich. Außerdem gibt es im Idealfall nach der Behandlung Tipps für die Pflege zuhause.

