Mit Perücken den Haarausfall überbrücken
Mit einer guten Perücke lässt sich der Haarausfall nach der Chemotherapie vertuschen. Die Krankenkassen bezahlen in der Regel einen Zuschuss. (Foto: Dreadlock/Fotolia)Der Verlust der Kopfhaare nach der Chemotherapie trifft viele Patienten hart.
(dbp/spo) Die Chemotherapie ist eine hochwirksame Therapiemethode gegen die verschiedensten Arten von Krebs. Einige der dabei eingesetzten Medikamente haben jedoch Haarausfall als Nebenwirkung, eine Tatsache, die besonders für Frauen sehr belastend ist. Der – wenn auch schwache – Trost: Die Haare wachsen später wieder nach. Bis dahin helfen sich viele mit Perücken, Kopftüchern oder Mützen.
Zytostatika, jene Medikamente, die bei der Chemotherapie verabreicht werden, wirken vor allem auf schnell wachsende Zellen wie die Zellen eines Tumors. Allerdings gehören auch die Zellen in Haut, Haaren, Schleimhaut und Blut zu den Schnellteilern, weshalb es hier ebenfalls Auswirkungen gibt. Nicht alle Zytostatika wirken aber auf die Haare.
Nach Angaben des Krebsinformationsdienstes am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) befinden sich etwa 85 Prozent der Haarwurzelzellen ständig in der sehr empfindlichen Teilungsphase, schließlich wachsen die Haare stetig weiter; jeden Tag um rund einen drittel Millimeter. Gelangen nun bestimmte Sorten von Zytostatika in den Körper, stören sie diesen Teilungsvorgang und zwei bis vier Wochen später kommt es zum Haarausfall. Wie stark die Kopfhaare ausfallen und ob auch Augenbrauen und Wimpern betroffen sind, hängt von der Art des Medikaments, seiner Dosis und der individuellen Veranlagung ab.
Ärzte können Perücken verordnen
Dass Zytostatika die Haarwurzeln dauerhaft schädigen, ist nicht bekannt. Wenn der Körper die Medikamente abgebaut hat, fangen sie also in der Regel wieder an zu wachsen. Etwa drei Monate nach der letzten Chemotherapie kommen die meisten dann schon wieder ohne Perücke oder Kopfbedeckung aus.
Ob die Haare womöglich ausfallen, ist meist schon vor Beginn der Chemotherapie abschätzbar. Wer in der Zwischenzeit eine Perücke tragen möchte, kann sich bereits vor dem Klinikaufenthalt eine ärztliche Verordnung besorgen. Dann übernehmen die Krankenkassen die Kosten oder zahlen zumindest einen Zuschuss – das ist je nach Kasse verschieden. Es lohnt sich also, hier vorher nachzufragen, schließlich gibt es deutliche Preisunterschiede zwischen Kunsthaar und Echthaar.
Perücken müssen eine gute Qualität haben und perfekt angepasst sein, damit sie später nicht wie eine Verkleidung wirken. Vor dem Kauf sollten sie am besten in einem Spezialgeschäft ausprobiert werden, danach müssen sie beim Friseur nachgeschnitten und eventuell nachgefärbt werden.
Bei Männern zahlen übrigens laut DKFZ nicht alle Kassen einen Zuschuss zur Perücke, denn hier wird teils vorausgesetzt, dass ein vorübergehender Haarausfall akzeptabel ist. Schließlich komme er im Alter sowieso auf einen Großteil der Männer zu.

