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Medikamente unterstützen das Gehirn

Sogenannte Antidementiva beeinflussen Botenstoffe im Gehirn und bremsen damit das Fortschreiten der Demenz. (Foto: P. Maszlen/Fotolia)Sogenannte Antidementiva beeinflussen Botenstoffe im Gehirn und bremsen damit das Fortschreiten der Demenz. (Foto: P. Maszlen/Fotolia)

Genauso wenig wie es die eine Demenz gibt, gibt es das eine Mittel dagegen.

Weil verschiedene Erkrankungen die Symptomatik verursachen, ist auch die Therapie oft individuell unterschiedlich. Sie kann das Fortschreiten einer Demenz bremsen, jedoch nicht aufhalten. Der größte Teil der Demenzen (Experten schätzen etwa 70 Prozent) wird von der Alzheimerkrankheit ausgelöst. „Hier gibt es Medikamente, die symptomatisch wirken“, erklärt Dr. Timo Grimmer von der Gedächtnisambulanz der Technischen Universität München. Eine wesentliche Rolle spielen sogenannte Acetylcholinesterasehemmer. Sie wirken, indem sie im Gehirn ein Enzym hemmen, das Acetylcholin abbaut. Dieser Botenstoff wird nämlich bei einer Demenz zur Mangelware, weil die Nervenzellen, die ihn produzieren, absterben.

Einfluss auf Botenstoffe

Eine zweite Gruppe, die zu den sogenannten Antidementiva zählt, sind Glutamatrezeptor-Antagonisten. Glutamat ist ein weiterer Botenstoff im Gehirn, der bei Demenzpatienten im Übermaß vorhanden ist und so die Zellfunktion beeinträchtigt. Glutamatrezeptor-Antagonisten wirken diesem Überangebot entgegen. Eingesetzt werden sie meist bei einer mittelschweren Demenz.

Der Schweregrad der Demenz wird übrigens über die Einteilung CDR (clinical dementia rating) vorgenommen: Von 0 angefangen über eine leicht- (1) und mittelgradige (2) bis hin zur schwergradigen Demenz (3).

Je früher, desto besser

„Man kann natürlich in jedem Stadium eine Therapie beginnen“, sagt Dr. Grimmer. Doch je früher man das tut, desto besser: „Einmal abgestorbene Nervenzellen bekommen wir nicht zurück“, so der Experte. Wichtig ist, zu wissen, dass Antidementiva den Verlauf der Demenz nur verlangsamen, nicht aber aufhalten können.

Auch Antidepressiva (Medikamente gegen Depressionen) oder Neuroleptika, die ebenfalls auf das Botenstoff-System im Gehirn Einfluss nehmen, werden in der Behandlung von Demenzen eingesetzt. Sie helfen bei Verhaltensauffälligkeiten.

Handelt es sich bei den Ursachen der Demenz um behandelbare Erkrankungen, dann setzt die Therapie dort an. Auch Hirntumoren und andere Erkrankungen des Gehirns, bestimmte Medikamente, Alkoholmissbrauch oder ein Hormonmangel können eine Demenz auslösen.

Weitere Therapieformen

Insbesondere weil die Möglichkeit besteht, dass eine behandelbare Krankheit zugrunde liegt, sollte man bei den ersten Symptomen schon einen Arzt aufsuchen. Aber auch wenn „nur“ eine symptomatische Therapie durchgeführt werden kann, ist die Zeit ein wesentlicher Faktor, um das Voranschreiten hinauszuzögern.

Neben Medikamenten stehen noch andere Therapieformen zur Verfügung: Methoden der Physio- und Ergotherapie sowie der Logopädie kommen zum Einsatz, um den Umgang mit der Erkrankung zu erleichtern und vorhandene Fähigkeiten zu erhalten.

Gedächtnistraining kann beispielsweise die Konzentration schulen, Musiktherapie emotionale Zugänge schaffen, Beschäftigungstherapie die Selbstständigkeit im Alltag fördern. Bei den Möglichkeiten der Unterstützung sollten die individuellen Interessen des Patienten maßgebend sein, raten Experten.

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