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Lungenoperationen sind Expertensache

Für die Operation eines Krebstumors in der Lunge ist Erfahrung nötig. (Foto: Falk/Fotolia)Für die Operation eines Krebstumors in der Lunge ist Erfahrung nötig. (Foto: Falk/Fotolia)

Operation, Chemotherapie, Bestrahlung – die Behandlungsmethoden bei Lungenkrebs.

Die Behandlung eines bösartigen Lungentumors (Karzinom) ist schwer. Deshalb sollte sie nur an einer Fachklinik mit entsprechender Erfahrung durchgeführt werden – sowohl in der Chirurgie als auch bei der Strahlen- oder Chemotherapie. „Wir wissen, dass es bei einer Lungenkrebs-Operation während und auch danach Komplikationen geben kann,“ sagt Professor Dirk Kaiser, Experte für Thoraxchirurgie an den Helios Kliniken in Berlin. Es könne beispielsweise passieren, dass nach einer Operation eine Naht nicht heilt oder aufgrund des schlechten gesundheitlichen Allgemeinzustands Infektionen auftreten. „In solchen Fällen ist ein gutes Komplikationsmanagement an Kliniken wichtig“, sagt Professor Kaiser.

Die Ausdehnung zeigt sich oft erst während der Operation

Es könne aber auch passieren, dass während einer Operation festgestellt wird, dass wesentlich mehr Lungengewebe oder umgebene Strukturen (Thoraxwand, Herzbeutel) entfernt werden müssen, als gedacht. Wie ausgedehnt operiert werden muss, zeige sich oft erst während des Eingriffs.

Das Vorgehen bei der Operation richtet sich indes nach Größe und Sitz des Tumors. Die Spezialisten sind heute bemüht, möglichst viel von dem Organ zu erhalten beziehungsweise jene Teile der Lunge, die nicht befallen sind, wieder anzunähen. Manschettenresektion wird dieses Vorgehen genannt.

Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie

Bei fortgeschrittenen Tumoren werden Strahlen- und Chemotherapie einzeln oder kombiniert eingesetzt. „Die Bestrahlung ist mehr ein Mittel zur örtlichen Tumorkontrolle“, sagt Oberarzt Dr. Jens Kollmeier, Pneumologe (Lungenexperte) an den Helios Kliniken in Berlin. Sie diene aber auch der Bekämpfung von Krebszellen im Gehirn, weil diese durch eine Chemotherapie nicht „erreichbar“ sind.

Bei einer Chemotherapie erhält der Patient in regelmäßigen Abständen sogenannte Zytostatika – Medikamente, die das Zellwachstum und die Zellteilung hemmen. Bei einem fortgeschrittenen Lungenkarzinom lindert diese Therapie die Beschwerden und bringt die Krankheit für eine gewisse Zeit unter Kontrolle.

Die als Infusion oder in Tablettenform verabreichten Zytostatika verteilten sich im Körper und können auf diese Weise auch verstreute Krebszellen erreichen. „Besonders das kleinzellige Lungenkarzinom lässt sich mit einer Chemotherapie zunächst gut behandeln“, sagt Kollmeier.

Fortschritte bei der Behandlung

„In den letzten zehn Jahren hat sich in der Behandlung von Lungenkrebspatienten viel getan“, erläutert Kollmeier weiter. Die Therapien seien wesentlich verträglicher und werden individueller als noch vor einigen Jahren auf den Tumor des Patienten abgestimmt.

Die Wissenschaft hat inzwischen sehr viel mehr Wissen über die Entstehung und die spezifischen Eigenschaften des Lungenkrebses hervorgebracht. „In einigen Jahren“, hofft Dr. Kollmeier, „wissen wir hoffentlich bereits vor der Behandlung genauer, welche Therapie für welchen Patienten die richtige ist oder auch welche Therapie definitiv nicht wirkt.“

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