Laser, Radiowellen oder Schaum gegen Krampfadern?
Mithilfe von Spritzen können Krampfadern in mehreren Sitzungen verödet werden. (Foto: Deutsche Venen-Liga)Die wichtigsten Therapiemethoden bei Krampfadern.
Krampfadern entstehen durch eine Störung des Blutrückflusses in den Venen. Je stärker die Vene geschädigt und somit der Rückstrom des Blutes gestört ist, desto gefährlicher können sie werden. Um die lästigen Verdickungen zu behandeln, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Kompressionstherapie mit den entsprechenden Strümpfen oder Binden verzögert vor allem das Fortschreiten der Verdickung und verringert Beschwerden und Folgeschäden. Auch nach Operationen unterstützt der Druck von außen den Venenfluss.
Darüber hinaus können Lymphdrainagen die Schwellungen lindern, die durch Krampfadern entstehen. Spezielle Venensalben wirken vor allem durch den kühlenden Effekt und die Massage beim Einreiben, erläutern Dr. Erika Mendoza und Dr. Hans-Arrien Berger in ihrem Buch „Krampfadern“ .
Die Venen stilllegen
Krampfadern zu veröden bedeutet, betroffene Venen in mehreren Sitzungen mithilfe eines eingespritzten Mittels zu verschließen. Das Verfahren wird Sklerosierung genannt und funktioniert bei dünnen Krampfadern oder Besenreisern.
Das Wirkprinzip: Die Substanz, die in die Krampfader gespritzt wird, schädigt die Innenwand der Vene, sodass diese verklebt und sich im Laufe der Zeit zu einem Gewebestrang entwickelt. Größere Krampfadern können mithilfe von Schaum verschlossen werden.
Dünne, flächige Besenreißer werden inzwischen immer öfter mittels eines Lasers verödet: Durch die Hitze gerinnt das Blut in den hautnahen, kleinen Gefäßen und soll die Vene verschließen.
Zum gleichen Ergebnis führt die Radiowellentherapie, eine zunehmend angewandte minimalinvasive Methode, bei der an Knie oder Knöchel ein Katheter eingeführt und die betroffene Vene mit Hilfe von Radiowellen von innen erhitzt und verschlossen wird.
Die Vene entfernen
Sind Krampfadern in den großen Venen (Stammvenen), entstanden, wird oft operiert. Beim Stripping (Ziehen) werden dann die erkrankten Seitenäste über eine Sonde komplett entfernt.
Eine modernere Form ist das Endo-Stripping, bei dem die Krampfader zum Herausziehen nicht zusammengepresst, sondern am Ende verknotet und dann nach innen gestülpt wird. Das Kryo-Stripping wiederum bedient sich einer Sonde, die mit flüssigem Stickstoff abgekühlt wird und die Vene verklebt, damit sie herausgezogen werden kann.
„Kranken“ Blutfluss unterbrechen
Ein Kompromiss zum vollständigen Entfernen der Krampfader ist die CHIVA-Methode. Dabei wird operiert, ohne die Vene zu entfernen. Mit einem speziellen Ultraschall macht man zunächst die „überflüssigen“ Blutkreisläufe ausfindig und unterbricht dann ihren obersten Rückflusspunkt. So sollen sich verdickte Adern zurückbilden.
Unterstützend können bei Krampfadern auch naturheilkundliche Verfahren eingesetzt werden. Zum Beispiel macht man sich bei Wasseranwendungen nach Pfarrer Kneipp den Effekt zunutze, dass die Muskelfasern in der Venenwand auf Temperaturschwankungen reagieren. Durch Wassertreten oder kalte Güsse lassen sich diese Muskeln trainieren.
Welche Behandlungsmethode letztlich infrage kommt, muss immer individuell mit einem Venenspezialisten beraten werden. Neuere Verfahren werden von den gesetzlichen Kassen oft nicht bezahlt.

