Laktose-Intoleranz ist keine Kuhmilchallergie

Viele Kinder vertragen Kuhmilch sehr gut, selbst wenn sie als Säugling eine Allergie dagegen hatten. (Foto: Be Ta-Artworks / Fotolia)
Viele Kinder vertragen Kuhmilch sehr gut, selbst wenn sie als Säugling eine Allergie dagegen hatten. (Foto: Be Ta-Artworks / Fotolia)

Bei Milchzucker-Unverträglichkeit ist meist kein strikter Verzicht auf alle Milchprodukte nötig

(dbp/auh) Wer nach dem Genuss von Milchprodukten unter Verdauungsbeschwerden leidet, muss keine Milchallergie haben. Eine „echte“ Kuhmilchallergie ist im Erwachsenenalter sehr selten. Bei Säuglingen tritt sie häufiger auf: Mit etwa ein bis drei Prozent ist die Kuhmilchallergie eine der häufigsten Nahrungsmittelallergien bei kleinen Kindern. Durchfall, Erbrechen und verzögertes Wachstum können die Symptome sein. Der Grund: Das Milcheiweiß wird vom Immunsystem als Eindringling eingestuft.

Bei einer Milcheiweißallergie muss auf alle Arten von Milchprodukten in der Nahrung verzichtet werden; sowohl in der Säuglingsnahrung als auch in der Nahrung der stillenden Mutter. Das ist nicht so leicht, wie es sich anhört, denn Milcheiweiß befindet sich in vielen verarbeiteten Lebensmitteln: in Teig- und Backwaren, Eis und Schokolade, Wurst, Suppen, Fertiggerichten aller Art, in Würzprodukten und Soßen.

Extra Säuglingsnahrung bei Kuhmilchallergie

Als Alternative gibt es für Säuglinge sogenannte hydrolysierte Nahrung (in der Apotheke erhältlich), bei der das Kuhmilcheiweiß so stark in kleinere Bruchstücke aufgespalten (hydrolysiert) wurde, dass es besser verträglich ist. Zum Glück für alle Beteiligten verschwindet die Kuhmilchallergie in den allermeisten Fällen nach wenigen Jahren.

Völlig anders die Laktose-Intoleranz, auch Milchzucker-Unverträglichkeit genannt. Sie tritt meist erst bei jungen Erwachsenen auf. Die Ursache ist ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Mangel an Laktase. Dieses Enzym ist für die Aufspaltung des Milchzuckers (der Laktose) im Dünndarm zuständig. Fehlt es, gerät der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm und ruft dort Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall hervor.

Verdacht auf Laktose-Intoleranz abklären lassen

Wer vermutet, unter einer Laktose-Intoleranz zu leiden, sollte seinen Verdacht unbedingt ärztlich, zum Beispiel beim Allergologen, abklären lassen. Denn die Symptome können auch andere Ursachen haben. Bei einem Reizdarm oder einer entzündlichen Darmerkrankung kann das Verdauungssystem ebenfalls kurzfristig auf Milchzucker empfindlich reagieren. Wird die ursächliche Erkrankung erfolgreich therapiert, kommt es auch zu einer Verbesserung der Milchzuckerverträglichkeit.

Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes stellt der sogenannte H2-Atemtest den klassischen Nachweis für eine Laktose-Intoleranz dar. Bei diesem Diagnoseverfahren wird nach Gabe von Laktose das Gas H2 in bestimmten Zeitabständen in der ausgeatmeten Luft bestimmt.

Anders als bei der Milcheiweißallergie, müssen bei einer Milchzucker-Unverträglichkeit nicht sämtliche Milchprodukte strikt gemieden werden. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände weist beispielsweise darauf hin, dass Betroffene meist keine Beschwerden bekommen, wenn sie laktosehaltige Medikamente einnehmen. Milchzucker ist bei der Herstellung von Tabletten ein weit verbreiteter Hilfsstoff. Bei den meisten Menschen mit einer Milchzucker-Unverträglichkeit sei noch eine Restaktivität des abbauenden Enzyms vorhanden. Diese reiche aus, um die in einer Tablette enthaltene Menge Milchzucker (so viel wie in einem Esslöffel Kuhmilch) abzubauen.

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