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Frauen sind im Schnitt knapp 40 Jahre lang fruchtbar – Männer theoretisch ein Leben lang.Frauen sind im Schnitt knapp 40 Jahre lang fruchtbar – Männer theoretisch ein Leben lang. (Foto: Bilderbox)

Wie funktioniert das schwanger werden?

Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr, behauptet ein Sprichwort. Und theoretisch klingt es auch so: Ein Spermium befruchtet eine Eizelle, die nistet sich in der Gebärmutter ein und fertig ist das Elternglück. Praktisch ist dieser Vorgang allerdings eine etwas kompliziertere Angelegenheit. Zwischen 400 und 500 befruchtungsfähige Eizellen hat jede Frau im Leben zur Verfügung. Und mehrere Millionen Samenzellen sind normalerweise im Ejakulat des Mannes enthalten. Eigentlich hat die Natur also bestens vorgesorgt. Doch bevor die beiden – Mann und Frau oder Eizelle und Spermium – zusammen kommen, müssen viele Vorgänge im Körper möglichst fehlerfrei ablaufen.

Spermium und Eizelle müssen reifen

Die Spermien des Mannes werden mit Beginn der Geschlechtsreife permanent in den Hoden produziert. Sind sie ausgereift, wandern sie über die Kanäle der Nebenhoden in die Samenleiter und die Samenblasen. So ist der Mann theoretisch immer zeugungsfähig – und das bis ins hohe Alter. Die Qualität und Beweglichkeit seiner Spermien nimmt dann zwar ab, doch er bleibt grundsätzlich fruchtbar. Bei der Frau sind die Eizellen bereits bei der Geburt in den Eierstöcken angelegt. Bis zur Pubertät überlebt aber nur knapp die Hälfte. Danach reift mit jedem Monatszyklus eines der Eier heran und wandert nach dem so genannten Eisprung in den Eileiter. Dort wartet es auf eine Befruchtung. Die Hormone Östrogen und Progesteron sorgen dafür, dass sich der Schleim des Gebärmutterhalses (Zervixschleim) verflüssigt, um Spermien das Eindringen zu ermöglichen. Außerdem reichern sie die Schleimhaut in der Gebärmutter an – als Vorbereitung auf das Einnisten einer befruchteten Eizelle. Findet dies nicht statt, wird die Schleimhaut nach zirka. zwei Wochen mit der Regelblutung wieder abgestoßen.

Hormone steuern die Fruchtbarkeit

Ab dem Alter von zwölf Jahren können Mädchen heute ihre erste Periode bekommen. Die Wechseljahre setzen statistisch gesehen mit 51 ein. Die bedeutet: Eine Frau ist knapp 40 Jahre fruchtbar – wobei die Chancen, schwanger zu werden, ab dem 35. Lebensjahr sinken. Außerdem ist auch die Zeit im Zyklus limitiert, in dem eine Schwangerschaft möglich ist, denn jedes Ei ist nur wenige Stunden fruchtbar. Weil Spermien im Körper der Frau aber tagelang überleben können, erhöht sich die mögliche Befruchtungszeit auf mehrere Tage vor und mehrere Stunden nach dem Eisprung. Findet während dieser „fruchtbaren Tage“ Geschlechtsverkehr statt, kann es zu einer Schwangerschaft kommen. Die Spermien werden durch die Muskelkontraktionen des Penis beim Orgasmus in die Scheide geschleudert und machen sich von dort auf den Weg zur Gebärmutter. Ist der Weg nicht durch einen Schleimpropf versperrt und wartet dort eine ausgereifte Eizelle, ist ein einziges der Millionen Spermien in der Lage, diese zu befruchten. Dazu muss es sich durch die Eihülle bohren, die danach sofort wieder abgedichtet wird. Nach knapp einer Woche nistet sich die befruchtete Eizelle dann in der Gebärmutter ein und das Wunder des Lebens wächst.

Störfaktoren im Körper

Stress und Krankheit, Nikotin und Umweltgifte können jedoch die Samenbildung des Mannes und seine Erektionsfähigkeit sowie den Zyklus der Frau negativ beeinflussen. Störungen können auch bei der Verschmelzung von Eizelle und Spermium auftreten. Experten schätzen, dass rund die Hälfte aller möglichen Schwangerschaften bereits in den ersten Tagen wieder endet, ohne dass sie überhaupt bemerkt wird.

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