Norgine

gesund durch DEUTSCHLAND

Informationen zur Gesundheit

Junge Menschen im Pflegeheim

chatJunge Pflegebedürftige sind in einer anderen Lebenssituation als Senioren. Daran sollte sich auch die stationäre Pflege anpassen. (Foto: Franz Pfluegl / Fotolia)

Nicht nur Senioren werden pflegebedürftig / Jüngere Patienten ticken anders

(dbp/nas) Ein Unfall, eine chronische Erkrankung, ein Schlaganfall – auch junge Menschen können zum Pflegefall werden. Erst wenige Heime oder Zentren bieten aber Konzepte für die Betroffenen an. Dabei unterscheiden sich die Bedürfnisse junger Pflegebedürftiger erheblich von denen älterer.

„Der pflegerische Aufwand ist bei jungen Leuten deutlich höher“, sagt Birgit Zill, Pflegedienstleiterin im Vitanas Pflege Centrum Am Lönsbruch in Hildesheim. Dort gibt es einen speziellen Wohnbereich „Junge Pflege“.

Es fängt bei alltäglichen Dingen an: „Ein junger Mensch hat zum Beispiel ganz andere Ansprüche an seine Körperhygiene als ein 90-Jähriger“, erklärt Birgit Zill – sei es das Rasieren der Beine oder ein Make-up. Auch die Ernährung spielt noch eine größere Rolle. Deshalb gibt es in Hildesheim zum Beispiel eine zusätzliche Speisekarte für die 13 Bewohner in der „Jungen Pflege“.

Kommunikation ist wichtig

Kommunikation sei ebenfalls ein wichtiges Thema. Das betrifft zum Einen den Umgang und die Gespräche zwischen den Mitarbeitern und Patienten, deren Themen und Interessen ganz andere seien als die älterer Menschen. Dass die Pflegekräfte oft gleich alt sind, mache es für sie zudem schwieriger, sich zu distanzieren und erhöhe die psychische Belastung, so Birgit Zill. Zum Anderen brauchen jüngere Patienten – gerade wenn sie von ihrem früheren Alltag entfernt sind – ihre gewohnten Kommunikationsmittel wie Handys oder Internet.

Außerdem wollen junge Menschen noch stärker am Leben „draußen“ teilnehmen: Sich in ein Café setzen, einen Einkaufsbummel machen, ins Kino oder in die Disco gehen. Das bedeutet Zeit und Aufwand. Therapeutische Maßnahmen werden intensiver durchgeführt als bei alten Pflegeheimbewohnern, sagt Birgit Zill. Die jungen Patienten befinden sich in völlig anderen Lebenssituationen. „Unser erster Bewohner war gerade zum vierten Mal Vater geworden, als er zu uns kam“, erinnert sich die Pflegedienstleiterin. Sexualität ist für jüngere Menschen ebenfalls ein wichtiges Thema. „Bei uns hat sich sogar schon ein Pärchen gefunden“, erzählt Birgit Zill. Zum Teil arbeiten Einrichtungen auch mit Prostituierten zusammen.

Kinder brauchen „Fingerspitzengefühl“

Bei Kindern braucht es in der Pflege dann noch einmal ein ganz anderes Fingerspitzengefühl, sagt Ingrid Pöhner, Pflegedienstleiterin der Gießener Universitäts-Kinderklinik. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen: Je kleiner ein Patient, desto empfindlicher ist zum Beispiel die Haut. Kinder benötigen zudem viel mehr körperliche Nähe: „Sie müssen oft auch mal in den Arm genommen und geknuddelt werden“, erklärt Ingrid Pöhner.

Kann sich ein Kind noch nicht artikulieren, kommt es auf die Beobachtungsgabe an. Dann verraten Mimik oder Gesichtsfarbe, wie es den kleinen Patienten geht. Denen müsse man – altersgerecht – auf Augenhöhe begegnen, den Eltern oder Großeltern ebenso. Und da die Spanne vom Neugeborenen bis hin zum Teenager reicht, ist das jeweils eine ganz eigene Herausforderung.

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Alle Felder, die mit * gekennzeichnet sind, müssen ausgefüllt werden!


*

NORGINE ´MOVIPREP`