Infektionsgefahr durch Tattoos im Urlaub
(dbp/cwr) Urlaub in Thailand und als Mitbringsel ein Tattoo?
Davor warnt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) auf seiner Internetseite www.internisten-im-netz.de. „Vielen Reisenden ist nicht bewusst, dass Infektionen wie HIV, Hepatitis B und Hepatitis C nicht nur durch ungeschützte Sexualkontakte, sondern auch durch Tätowierung oder Piercings übertragen werden können”, sagt Professor Thomas Löscher, Infektionsexperte des BDI.
Ansteckungsgefahr durch mangelnde Hygiene
Anlass für die Warnung ist der Fall eines australischen Touristen, der sich offensichtlich mit HIV angesteckt hat, als er sich auf Bali ein Tattoo stechen ließ. Der BDI weist darauf hin, dass die Tattoo- und Piercing-Studios in den meisten sogenannten Entwicklungsländern oft sehr weit entfernt seien von den Hygiene-Vorschriften, die in Deutschland herrschen. Doch nicht nur die Bilder auf der Haut oder Körperschmuck würden ein Risiko bergen. Gefahr bestehe auch bei Akupunktur, Schönheitsoperationen, Rasuren mit wieder verwendeten Rasierklingen, Maniküre, Pediküre und jeglichen anderen Behandlungen mit Instrumenten, die durch Blut verunreinigt sein könnten.
„Während man sich vor Hepatitis B durch eine Impfung wirksam schützen kann, ist dies bei HIV und Hepatitis C nicht möglich“, sagt Löscher, der in der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität in München arbeitet. Hier sei der Verzicht auf derartige Eingriffe der einzig wirksame Schutz – zumindest, wenn man die hygienischen Standards nicht genau kenne.
Zum Hintergrund: Für die während des Jahres 2010 am Robert-Koch-Institut gemeldeten Fälle von Hepatitis C wurden in mehr als 20 Prozent der neu diagnostizierten Fälle Tätowierungen oder Injektionen im Ausland als wahrscheinliche Ursache angegeben.


