Infektion, Asthma oder doch eine COPD?
Ein Hustenanfall muss noch nicht beunruhigend sein. Hält der Husten jedoch wochenlang an oder wird gar stärker, sollte ein Arzt aufgesucht werden. (Foto: Contrastwerkstatt/Fotolia) Anhaltender Husten kann mehrere Ursachen haben.
„Das ist bloß der Raucherhusten“ oder „Ich bin eben nicht mehr der/die Jüngste, da kommt man schon mal ins Schnaufen“. Häufig sind das die Erklärungen, wenn mal wieder ein Hustenanfall die Unterhaltung unterbricht oder man nach dem Getränkeholen aus dem Keller völlig außer Atem ist. Doch es gibt einige wichtige Kriterien, um herauszufinden, ob Husten und Atemnot tatsächlich harmlos sind, oder nicht vielleicht doch eine behandlungsbedürftige Atemwegsverengung (chronisch obstruktive Lungenerkrankung, COPD) dahinter steckt. Anhaltender Husten, teils mit Auswurf, und Atemnot bei körperlicher Belastung sind charakteristische Symptome für eine COPD. Allerdings können sie auch auf eine kurzfristige Infektion der Atemwege oder ein Asthma hinweisen. Handelt es sich lediglich um eine Infektion, etwa eine Grippe oder Bronchitis, sollten sich die Beschwerden nach ein- bis zwei Wochen deutlich gelindert haben.
Rauchen – Risikofaktor für COPD
Beim Asthma wiederum tritt die Atemnot meistens anfallsartig auf, vor allem nachts und morgens und unterschiedlich stark. Liegt gleichzeitig ein Heuschnupfen vor, der auch in der Familie gehäuft auftritt, sprechen die Symptome stark dafür.
Bei der COPD wiederum, bei der die Bronchien dauerhaft entzündet und/oder die Lungenbläschen geschädigt sind, nehmen die Beschwerden in der Regel nach und nach zu – meist über einen Zeitraum von Jahren. Wenn der Betroffene regelmäßig und vielleicht schon viele Jahre lang raucht oder täglich von schädlichen Stäuben oder Gasen umgeben ist, deutet das eher auf dieses Krankheitsbild hin. Zeichen für eine beginnende Atemwegsverengung sind außerdem Rasselgeräusche in der Lunge.
Der Lungenfunktionstest gibt Aufschluss
Der Bundesverband der Pneumologen (Lungenfachärzte) erläutert, warum es überhaupt zum typischen Raucherhusten, der auf eine COPD hinweisen kann, kommt: Wer 20 bis 25 Jahre jeden Tag an die 20 Zigaretten geraucht hat, hat die Flimmerhärchen auf seiner Atemwegs-Schleimhaut damit weitgehend zerstört. Damit ist allerdings auch die Reinigungsfunktion der Schleimhäute dahin, der regelmäßige Husten ist also die einzige Chance für den Körper, Schadstoffe und unerwünschte Mikroorganismen aus den Atemwegen zu befördern.
Ob hinter den Beschwerden tatsächlich eine COPD steckt, kann letztendlich nur ein Arzt feststellen. Lungenfachärzte raten, eine Atemnot bei körperlicher Anstrengung und Husten, der länger als acht Wochen anhält, auf jeden Fall abklären zu lassen. Mithilfe einer körperlichen Untersuchung und eines Lungenfunktionstests (Spirometrie) kann schnell herausgefunden werden, ob die Atemwege tatsächlich verengt sind.

