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Herzrhythmusstörungen: Medizin für ein intaktes Herz

Elektronischer Bodyguard: Herzschrittmacher sorgen dafür, dass verlangsamte Herzen im Takt bleiben. (Foto: Schwarzwäller/dbp)Elektronischer Bodyguard: Herzschrittmacher sorgen dafür, dass verlangsamte Herzen im Takt bleiben. (Foto: Schwarzwäller/dbp)

Herzrhythmusstörungen werden ganz unterschiedlich therapiert.

Herzschrittmacher korrigieren den Rhythmus und Defibrillatoren geben im Notfall Schocks ab, um selbigen wiederherzustellen. Die meisten Patienten, die unter Herzrhythmusstörungen leiden, werden aber mit Medikamenten behandelt. Wenn das Herz buchstäblich aus dem Takt gerät, kann das normal oder zumindest harmlos sein. Herzrhythmusstörungen müssen nicht immer behandelt werden. Doch unter Umständen ist die Leistungsfähigkeit des Herzens und damit des ganzen Körpers eingeschränkt oder sogar akute Gefahr in Verzug. Dann muss gehandelt werden.

Medikamente und andere Methoden

„Bei einem Vorhofflimmern werden Betablocker als Frequenzbremse eingesetzt, und dazu eventuell noch andere Antiarrhythmika“, sagt Professor Dr. Bernhard Maisch, Direktor der Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Marburg. So bezeichnet man die Medikamente gegen Rhythmusstörungen. Vor allem Gerinnungshemmer spielen beim Vorhofflimmern eine große Rolle, um etwaige Blutgerinnsel zu verhindern, die sonst für Gefäßverschlüsse oder einen Schlaganfall sorgen können.

Patienten mit Vorhofflimmern kann auch die sogenannte Kardioversion helfen, den ursprünglichen Sinusrhythmus wiederherzustellen. Dabei bekommt der Patient in einer Kurznarkose einen Elektroschock versetzt. Beim sogenannten Vorhofflattern kommt die Überstimulation (Overdrive-Stimulation) zum Einsatz: Hier wird eine Schrittmacherelektrode platziert und der flatternde Vorhof mit noch schnelleren Impulsen „überholt“ und das Herz so wieder in den richtigen Rhythmus gebracht.

Eine Katheterablation wiederum soll das elektrische Chaos mit Hitze oder Kälte bekämpfen: Über Elektrodenkatheter wird Herzmuskelgewebe verödet. Eine spezielle  Operationsmethode ist zudem die Isolation der Lungenvenen durch Hoch-Frequenz-Energie, Ultraschall oder Kälte.

Elektronische Bodyguards

Für Patienten, bei denen der Herzschlag zu langsam ist, übernimmt ein Herzschrittmacher die Aufgabe, wieder den richtigen Takt vorzugeben. Ein Aggregat mit einer oder mehreren Elektroden wird unter die Haut implantiert und elektrische Impulse sorgen dafür, dass das Herz wieder im normalen Rhythmus schlägt.

Bei rund 80 Prozent der 100.000 Menschen, die pro Jahr in Deutschland an einem plötzlichen Herztod sterben, wird der Herz-Kreislauf-Stillstand durch eine schnelle  Herzrhythmusstörung der Herzkammer verursacht. Dabei ist im Notfall die möglichst schnelle Verabreichung eines Elektroschocks lebensrettend. Immer mehr öffentliche Bereiche werden deshalb mit „Automatisierten Externen Defibrillatoren“ ausgestattet, die Laien jederzeit anwenden können. Risikopatienten wird ein implantierbarer Defibrillator unter die Haut gepflanzt, wo er den Herzschlag kontrolliert und bei Bedarf direkt mit einem Stromstoß eingreift.

Sowohl Schrittmacher und Defibrillatoren – die elektronischen Bodyguards – können heute mithilfe der Telemedizin Daten per Telefonleitung oder sogar durch eine direkte Übertragung in ein angeschlossenes Herzzentrum liefern.

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