Schauspielerin und Mutter Nina Petri setzt sich für die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ein
Umfassende Aufklärung ist wichtig: Trotz Früherkennungsuntersuchung ist Gebärmutterhalskrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache junger Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren in Europa.
Diese Krebserkrankung wird durch humane Papillomviren verursacht, die weit verbreitet und sexuell übertragbar sind. Was viele nicht wissen, Gebärmutterhalskrebs kann jede Frau treffen. Seit kurzem besteht die Chance, Gebärmutterhalskrebs durch eine Impfung vorzubeugen. Dies ist Anlass für die Kampagne „tell someone: Ich sag’s weiter – Du auch?“, deren Ziel es ist, Mädchen und junge Frauen über Gebärmutterhalskrebs zu informieren und sie zur aktiven Vorbeugung durch die Impfung zu motivieren.
Als prominente Patin der Kampagne engagiert sich die vor der Kamera und auf den Theaterbrettern gefragte und erfolgreiche Schauspielerin Nina Petri, nicht zuletzt auch in Verantwortung für die Gesundheit ihrer dreizehnjährigen Zwillingstöchter Moema und Papoula. Im Interview beschreibt Nina Petri ihre Motivation, die Kampagne zu unterstützen:
Frau Petri, warum engagieren Sie sich für diese Aufklärungskampagne? Als Frau und Mutter zweier Töchter betrifft mich das Thema Gebärmutterhalskrebs unmittelbar. Meine Kinder sind das wichtigste, was ich habe. Ich würde alles tun, um sie vor Krebs zu schützen. Zum Glück besteht durch die neue Impfung die Chance, sie vor Gebärmutterhalskrebs zu bewahren. Außerdem ging es mir wie den meisten Frauen: Bis vor kurzem wusste ich nicht, dass eine bestimmte Art von Viren, sogenannte humane Papillomviren, diesen Krebs verursacht. Deswegen unterstütze ich diese Kampagne: Jede Frau soll wissen, dass sie jetzt die Chance hat, Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen.
Um was geht es in der Kampagne „tell someone: Ich sag’s weiter – Du auch?“ „tell someone: Ich sag’s weiter – Du auch?“ ist eine Aufklärungskampagne, die Frauen über Gebärmutterhalskrebs und Möglichkeiten der Vorbeugung informiert. Mädchen und junge Frauen sollen frühzeitig dafür sensibilisiert werden, wie sie dieser Krebserkrankung aktiv vorbeugen können. Gleichzeitig richtet sich die Kampagne auch an uns Mütter: Wir tragen die Verantwortung für die Gesundheit unserer Kinder. Was ich an „tell someone: Ich sag’s weiter – Du auch?“ darüber hinaus gut finde ist, dass Eltern dazu angeregt werden, mit ihren Kindern offen zu reden – auch über schwierige Themen wie Krankheit oder Sexualität.
Was hat die Auseinandersetzung mit der Thematik bei Ihnen bewirkt? Ich war einerseits betroffen, andererseits erleichtert. Betroffen, weil in Deutschland pro Jahr etwa 2.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs sterben. Erleichtert, weil jetzt die Möglichkeit besteht, meine Töchter durch Impfung vor dieser häufigen Krebserkrankung junger Frauen zu schützen. Als Mutter trage ich die Verantwortung für die Gesundheit meiner Töchter und versuche alles zu tun, um dieser Anforderung gerecht zu werden. Dazu gehört, dass ich mit ihnen darüber rede, wie wichtig der Schutz vor humanen Papillomviren ist.
Wie spricht man mit Kindern im Alter von 13 Jahren über Themen wie Gebärmutterhalskrebs oder Genitalwarzen? Da die Verursacher dieser Erkrankungen – die humanen Papillomviren – hauptsächlich durch sexuelle Kontakte übertragen werden, kommen Eltern um ein bisschen Aufklärung nicht herum.
Der Eintritt ins Erwachsenensein, das „Frau werden“, ist ein sehr sensibles Alter. Deshalb ist es sicherlich nicht einfach, Themen wie Sexualität oder Krankheit anzusprechen. Trotzdem möchte ich zu einem offenen Umgang ermutigen – gerade auch mit schwierigen Themen. Wichtig ist dabei, mit Feingefühl auf seine Kinder einzugehen. Grundsätzlich sollte man seinen Kindern keine Angst machen, sondern sie nur für eine mögliche Gefahr sensibilisieren und ihnen gleichzeitig auch Lösungen aufzeigen. Denn die gute Nachricht ist ja im Fall von Gebärmutterhalskrebs: Mädchen können sich jetzt gegen humane Papillomviren impfen lassen. Mädchen im Alter meiner Töchter reden auch viel mit ihren Freundinnen über „intime“ Themen. Noch ein Grund mehr für mich, mit meinen Töchtern über eine mögliche Ansteckungsgefahr und die Impfung gegen humanen Papillomviren zu sprechen – damit sie es ihren Freundinnen weitersagen können…
… und nun? Die Impfung gegen humane Papillomviren ist für beide beschlossene Sache. Die ersten zwei Spritzen haben sie schon bekommen.
Sagen Sie’s noch weiter? Auf jeden Fall werden meine Töchter und ich es weitersagen. Aufklärung ist dringend notwendig, damit jedes Mädchen und jede Frau weiß, wie sie die Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen kann – durch eine Impfung gegen humane Papillomviren plus regelmäßige Krebsfrüherkennung. Gleichzeitig aber auch an die Verantwortung für andere zu denken, indem sie es weitersagt: Denn es betrifft nicht nur mich, sondern meine Töchter, meine Mutter, meine Freundin oder meine Tante… Eben jedes Mädchen und jede Frau! Deshalb mein Appell: Gehen Sie zu Ihrem Arzt. Lassen Sie sich und Ihre Töchter von ihm beraten. Sagen Sie es allen Mädchen, Müttern und Frauen, die Sie kennen, weiter. Und vergessen Sie nicht, jedes Jahr zu Ihrem Frauenarzt zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung zu gehen!
Wie wird die Aufklärungskampagne ablaufen? Nicht nur ich sage es weiter, sondern auch viele, viele Ärzte: In den Praxen von Frauenärzten, Kinder- und Jugendärzten und Hausärzten finden in ganz Deutschland Aktionswochen im Rahmen der Aufklärungskampagne „tell someone: Ich sag’s weiter – du auch?“ statt. Die Mädchen und jungen Frauen, die in die Praxen kommen, werden so auf dieses Thema aufmerksam gemacht und ausführlich informiert. Frauen können so Verantwortung für sich selbst – und ihre Töchter – übernehmen und die Entscheidung zur aktiven Vorsorge durch die HPV-Impfung selbst treffen.
Mehr zur Kampagne und Nina Petri gibt´s im Internet unter www.tellsomeone.de

