Jetzt möglich: Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs
Spätestens wenn Sex ein Thema ist, sollten Mann und Frau auch über Verhütung sprechen. Dabei ist es nicht nur wichtig, über Pille und Kondom Bescheid zu wissen, sondern auch über Erreger, die durch intimen Kontakt übertragbar sind.
Zu solchen Erregern gehören auch humane Papillomviren (kurz HPV), von denen es viele unterschiedliche Typen gibt. Einige davon können Warzen an der Scheide oder sogar Krebs am Gebärmutterhals auslösen. Doch soweit muss es nicht kommen: Seit letztem Jahr ist eine Impfung möglich.
Im Gegensatz zu anderen Krebsarten ist Gebärmutterhalskrebs nicht erblich, sondern wird durch Viren – so genannte humane Papillomviren verursacht. Diese können beim Sex von einem Menschen auf den anderen übertragen werden. Da die Viren weit verbreitet sind, sehr leicht übertragen werden und unerkannt bleiben können, werden die meisten von uns ohne es zu wissen irgendwann in unserem Leben damit in Berührung kommen.
Es gibt über 100 verschiedene HPV-Typen, aber nicht alle führen zu Krebs. Während die meisten harmlos sind, gibt es einige, die Genitalwarzen (gutartige, hautfarbene Wucherungen im Intimbereich), oder sogar Krebs am Gebärmutterhals verursachen können. Bei 9 von 10 Frauen bekämpft die körpereigene Abwehr die Erreger erfolgreich. Gelingt das nicht, können die Viren dauerhaft in den Zellen bleiben und dort krankhafte Veränderungen auslösen. Wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden, können sie sich über Vorstufen zu Gebärmutterhalskrebs weiterentwickeln. Bis dahin können Jahre bis Jahrzehnte vergehen. Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen zwischen 15 und 44 Jahren in Europa.
Doch Vorbeugung ist möglich! Seit Oktober 2006 besteht für Mädchen und junge Frauen die Möglichkeit, sich gegen humane Papillomviren impfen zu lassen. Damit können sie nicht nur Gebärmutterhalskrebs vorbeugen, sondern auch Genitalwarzen und weiteren Erkrankungen im Genitalbereich. Der Impfstoff richtet sich nämlich gegen vier HPV-Typen: zum einen gegen die Typen 16 und 18, die für etwa 75 Prozent aller Gebärmutterhalskrebsfälle in Europa verantwortlich sind, und zum anderen gegen die Virustypen 6 und 11, die 90 Prozent aller Genitalwarzen verursachen können.
Die Impfung besteht aus drei Einzelimpfungen, die innerhalb von 12 Monaten verabreicht werden. Am besten ist es, geimpft zu sein, bevor man mit dem Virus zum ersten Mal in Berührung kommt, also vor den ersten intimen Kontakten. Auch wenn man bereits sexuelle Erfahrungen hatte, kann man von dieser Impfung profitieren. Experten empfehlen die Impfung für alle Mädchen und junge Frauen von 12 bis 17 Jahren. Für diese Altersgruppe übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen auch die Kosten. Aber auch für Frauen außerhalb des empfohlenen Altersbereiches kann die Impfung sinnvoll sein. Auch nach der Impfung ist auch die regelmäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchung wichtig. Dabei kann der Frauenarzt frühe Veränderungen am Gebärmutterhals feststellen, die durch andere HPV-Typen ausgelöst werden können.
Wichtig ist, sich und andere über die Chancen zur Vorbeugung zu informieren und mit seinem Frauenarzt oder der Frauenärztin darüber zu sprechen. Hintergrundinformationen zum Thema Gebärmutterhalskrebs gibt´s auf folgenden Internetseiten: www.tellsomeone.de, www.dgk.de, www.rki.de

