Gebärmutterhalskrebs: Daten und Fakten
Auslöser von Gebärmutterhalskrebs sind humane Papillomviren. Diese gehören zu den am häufigsten sexuell übertragenen Viren. 70 Prozent aller sexuell aktiven Frauen und Männer kommen im Laufe ihres lebens damit in Kontakt.
Was ist der Gebärmutterhals? Der Gebärmutterhals (Zervix) ist der untere Teil der Gebärmutter (Uterus), der sie mit der Vagina (Scheide) verbindet. Der Gebärmutterhals verändert sich im Laufe des Lebens einer Frau (Pubertät, Schwangerschaft, Menopause usw.). Zwischen dem äußeren Teil des Gebärmutterhalses (Ektozervix) und dem inneren Teil (Endozervix) liegt ein sehr empfindlicher Bereich, in dem beide Teile ineinander übergehen. An dieser Stelle bilden sich die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs.
Kommt Gebärmutterhalskrebs häufig vor? In Europa ist Gebärmutterhalskrebs nach Brustkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen zwischen 15 und 44 Jahren. Jeden Tag sterben in Europa vierzig Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Dank der Krebsvorsorgeuntersuchungen geht diese Zahl inzwischen seit einigen Jahren zurück. Pro Jahr werden in Deutschland jedoch ca. 7.000 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert.
Was ist die Ursache für Gebärmutterhalskrebs? Anders als viele andere Krebsarten ist Gebärmutterhalskrebs nicht erblich. Es ist vielmehr immer ein bestimmtes Virus, das die Ursache dieser Krebsart ist und dieses Virus heißt Papillomvirus. Einige Typen dieses Virus können die Zellen des Gebärmutterhalses krankhaft verändern. Diese Zellen können sich wiederum, in einer geringen Anzahl der Fälle, zu krebsartigen Veränderungen (so genannten kanzerösen Läsionen) des Gebärmutterhalses entwickeln. Diese Entwicklung verläuft in der Regel über einen langen Zeitraum, d. h. einige Jahre bis Jahrzehnte.
Wer kann von dieser Krebsart betroffen sein? Jede Frau. Rund 70 % aller Frauen und Männer kommen im Laufe ihres Lebens mit dem Papillomvirus in Kontakt. Die große Mehrheit der mit dem Virus infizierten Personen wird hoffentlich kein Karzinom entwickeln. Während 40 % aller mit Gebärmutterhalskrebs diagnostizierten Frauen zwischen 35 und 54 Jahre alt sind, waren wahrscheinlich die meisten von ihnen dem Papillomvirus ausgesetzt, als sie im Alter zwischen 16 und 25 Jahren waren. Dieses Virus ist sehr stark verbreitet und wird durch einfachen Genitalkontakt von einem Menschen auf den anderen übertragen.
Was ist das Papillomvirus? Tatsächlich gibt es über 100 Typen des humanen Papillomvirus in unserer Umwelt und auf der Hautoberfläche. Sogenannte „kutane“ Papillomviren sind für Hautwarzen verantwortlich, während „muköse“ Papillomviren vorzugsweise die Schleimhäute besiedeln. In einigen Fällen können sie jedoch, wenn sie mit den Geschlechtsorganen in Berührung kommen, auch dort verschiedene Erkrankungen einschließlich Gebärmutterhalskrebs verursachen.
Mir wird das nicht passieren! Diese Viren sind sehr ansteckend, weit verbreitet und können unerkannt auftreten, da sie nicht unbedingt Beschwerden verursachen müssen. Papillomviren treten sowohl bei Frauen als auch bei Männern auf, und die meisten von uns werden im Laufe ihres Lebens einmal diesem Virus begegnen. 
Das Papillomvirus Jeder, der sexuelle Beziehungen, mit Genitalkontakt zu einem Träger genitaler Papillomviren, gehabt hat, könnte infiziert sein. Das bedeutet, dass für eine Infektion kein Geschlechtsverkehr notwendig ist. Ein einziger Partner mit dem Papillomvirus reicht aus, um sich anzustecken. Es wurde nachgewiesen, dass sich die meisten Menschen als Jugendliche oder junge Erwachsene mit dem Papillomvirus anstecken. Sie sollten sich daher wirklich über Papillomviren informieren.
Welche Krankheiten werden durch das Papillomvirus verursacht? Obwohl Papillomviren häufig auftreten, werden sie in 90 % der Fälle zum Glück auf natürliche Weise eliminiert. Manchmal verbleiben sie jedoch in den Schleimhäuten und können dann kurz-, mittel- oder langfristig zu Anzeichen einer Erkrankung führen. Einige Typen des Papillomvirus können Gebärmutterhalskrebs verursachen. Der Gebärmutterhals ist allerdings nicht der einzige Bereich der Geschlechtsorgane, der gegenüber Papillomviren empfindlich ist. Sie können auch den äußeren Genitalbereich und die Scheide befallen und, seltener als beim Gebärmutterhals, zu Krebs der äußeren Geschlechtsorgane führen. Krebs ist die letzte Phase dieser Entwicklung, die in der Regel mit Läsionen im Frühstadium beginnt. Diese Läsionen bilden sich in der Mehrzahl der Fälle von allein zurück, sie können sich jedoch auch manchmal zu krankhaften Veränderungen (so genannten kanzerösen Läsionen) entwickeln. Wenn diese Entwicklung eintritt, dauert sie normalerweise mehrere Jahre, in seltenen Fällen kann sie auch in einem kürzeren Zeitraum stattfinden. Von Veränderungen der äußeren Geschlechtsorgane kann beispielsweise die Scheide betroffen sein. Diese ähneln denen am Gebärmutterhals, und auch Genitalwarzen können auftreten.Auch wenn letztere keine Krebserkrankung sind, so sind sie doch schwer behandelbar und unangenehm, da sie oft erneut auftreten und eine Behandlung meistens schmerzhaft ist.
Wie werden diese Krankheiten festgestellt? Da Gebärmutterhalskrebs bei allen Frauen auftreten kann, wurde in vielen Ländern eine systematische Vorsorge durch regelmäßige Abstriche eingeführt. Vom Papillomvirus verursachte krankhafte Veränderungen am Gebärmutterhals lassen sich feststellen, indem eine Zellprobe vom Gebärmutterhals entnommen und auf krankhaft veränderte Zellen hin untersucht wird (Abstrichuntersuchung). Diese Proben sind notwendig, da eventuelle Veränderungen oft ohne Symptome, Schmerzen oder sonstige Anzeichen auftreten. Die Mehrzahl der Läsionen bildet sich von selbst zurück. Sollte Ihr Arzt veränderte Zellen feststellen, wird er möglicherweise die natürliche Entwicklung vorerst ohne einen Eingriff abwarten und beobachten. Sofern die Läsionen jedoch schwerwiegender sind, kann es erforderlich sein, sie durch spezielle Behandlungsmethoden zu entfernen.
Welche Behandlungen gibt es für diese Erkrankungen? Das Virus selbst kann durch keine Behandlung eliminiert werden. Wenn krebsartige Veränderungen auftreten, wird, unabhängig davon, ob der Gebärmutterhals oder die Scheide betroffen sind (wobei eine Krebserkrankung der äußeren Geschlechtsorgane seltener vorkommt), das veränderte Gewebe durch einen chirurgischen Eingriff entfernt. Die Behandlung von Krebserkrankungen ist stets lang und schwierig. Die Behandlung von Genitalwarzen umfasst die Entfernung der Warzen (durch Operation oder Laserbehandlung) und die Anwendung spezieller Arzneimittel. Die Behandlung der Warzen zeigt zwar rasch eine kurzfristige Wirkung, sie kann jedoch schmerzhaft sein, das Problem tritt häufig erneut auf, und die Krankheit kann andauern.
Wie kann ich mich selbst vor diesen durch Papillomviren verursachten Krankheiten schützen? Unbedingt erforderlich ist die Teilnahme an der Krebsvorsorge. Damit können veränderte Zellen im Zusammenhang mit dem Papillomvirus, idealerweise im Frühstadium, entdeckt werden, allerdings schützt die Vorsorge nicht vor den Ursachen der Krankheiten. Da die durch Papillomviren bedingten Krebserkrankungen tatsächlich durch Viren verursacht werden, bietet sich die Möglichkeit, diesen Erkrankungen durch eine Impfung vorzubeugen. Durch eine solche Impfung könnte ein direkter Schutz noch vor dem Auftreten von Veränderungen erreicht werden. Die Krebsvorsorge bei Frauen wird aber trotzdem weiterhin erforderlich sein. Die Kombination von Vorsorgeuntersuchungen und Impfung dürfte die Wirksamkeit des Programms zur Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs maximieren.
Wann sollte eine Impfung erfolgen? Der Nutzen der Impfung ist am größten, bevor man dem Ansteckungsrisiko ausgesetzt ist. Da die Ansteckung mit dem Virus zu einem sehr frühen Zeitpunkt im Sexualleben auftritt, ist die Impfung von Jugendlichen, bevor sie dem Virus ausgesetzt sind, ein interessanter Ansatz.
Die Kombination von Vorsorgeuntersuchungen und Impfung dürfte die Wirksamkeit des Programms zur Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs maximieren.
Fragen Sie Ihren Arzt nach weiteren Informationen!
JETZT LIEGT ES IN IHRER HAND! Sie haben nun alle Informationen. Lassen Sie nicht zu, dass Krebs über Ihre Zukunft entscheidet, oder die Ihrer besten Freundin, Ihrer Cousine, Schwester oder Tochter… Reagieren Sie jetzt, und geben Sie die Informationen weiter. Erzählen Sie anderen, dass Gebärmutterhalskrebs bei jeder Frau auftreten kann, dass er durch das Papillomvirus, ein weit verbreitetes Virus, verursacht wird und dass es dafür Vorsorgemaßnahmen gibt!


