Haltung wahren und in Bewegung kommen

Training für die tiefen Rückenmuskeln ist ein wichtiger Baustein, um Rückenschmerz vorzubeugen. (Foto: A. Rodriguez/Fotolia)
Training für die tiefen Rückenmuskeln ist ein wichtiger Baustein, um Rückenschmerz vorzubeugen. (Foto: A. Rodriguez/Fotolia)

Wenn sich ein unangenehmer Schmerz durch den Rücken zieht, sind meistens nicht Fehlbildungen an den Wirbelkörpern oder die Bandscheiben die Ursache...

Weitaus häufiger sind psychischer Stress, Schonverhalten und einseitige Belastungen wie falsches Heben oder das Tragen schwerer Lasten die Übeltäter. „Das Wichtigste beim Thema Rückenschmerz ist die Prävention“, weiß Ulrich Kuhnt, der Sportwissenschaftler und Rückenschullehrer ist und in Hannover seit mehr als 20 Jahren eine Rückenschule leitet. Er weiß, wie man chronischen Rückenschmerzen vorbeugen kann. „Vier Regeln“, sagt Ulrich Kuhnt, „tragen dazu bei, den Rücken weder zu über- noch zu unterfordern.“

1. Die Wirbelsäule in Bewegung halten:

Die Wirbelsäule besteht aus 133 Gelenken und 143 Muskeln. Bandscheiben und Wirbelgelenke leben von der Bewegung und Rückenmuskeln müssen dynamisch gefordert werden. Daher ist es wichtig, die Körperhaltung zu wechseln. Das heißt: Nicht immer nur im Büro sitzen, sondern zwischendurch aufstehen. Auf einem Sitzball oder einem dynamischen Bürostuhl kommt die Wirbelsäule zwischendurch in Bewegung.

2. Muskeln trainieren:

Die tiefen Rückenmuskeln können nicht willentlich bewegt werden. Aber bei körperlicher Aktivität, wie Treppensteigen, Radfahren, Tanzen, Nordic Walking, Gymnastik, Schwimmen, Reiten oder Yoga werden sie automatisch trainiert.

3. Auf die Körperhaltung achten:

Beim Sitzen das Becken nach vorne drehen, das Brustbein anheben und den Kopf wie an einem goldenen Faden nach oben ziehen. Das Gleiche gilt für das Stehen: Lockere Knie und beim Heben von Gewichten aus den Beinen heraus heben. Ergonomisch gestaltete Stühle, Autositze, Fahrräder oder Betten fördern Kuhnt zufolge eine rückenfreundliche Haltung.

4. Dauerhaften Stress meiden:

Psychische Faktoren wie Stress, Angst, Ärger, Sorgen oder depressive Stimmungen können Muskelverspannungen im Nacken, in den Schultern oder im Rücken auslösen. Die Psyche hat durchaus Einfluss auf die Rückenschmerzen: Eine positive Lebenseinstellung steigert nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern schützt auch davor, dass die Schmerzen chronisch werden.

Tipps bei akuten Schmerzen

Es gibt kein Patentrezept bei akuten Rückenschmerzen. „Dem einen“, sagt Rückenschullehrer Kuhnt, „hilft ein warmes Bad, ein Wärmekissen oder ein Saunagang.“ Für den anderen ist es gut, wenn er die Beine im 90-Grad-Winkel hoch lagert und sanften dynamischen Sport treibt.

Wichtig sei es, locker zu bleiben und sich nicht allzu sehr zu ängstigen. Denn die meisten akuten Rückenschmerzen sind in der Regel nach vier Wochen weg, sagt Kuhnt. Vertrauen in die eigenen Heilungskräfte ist dabei wichtig und auch, die Verantwortung für den Rücken nicht abzugeben. Dazu gehört genauso, nicht aus Angst vor den Rückenschmerzen Bewegungen zu vermeiden.

Allerdings: „Wer unter extrem starken Rückenschmerzen oder Taubheitsgefühlen leidet, sollte einen Orthopäden aufsuchen“, rät der Rückenspezialist. Denn nicht jeder Rückenschmerz sollte auf die leichte Schulter genommen werden.

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