Hände weg vom Alkohol in der Schwangerschaft
Wer in der Schwangerschaft Alkohol trinkt, riskiert gesundheitliche Folgen für das Kind. (Foto: Bilderbox)Viele werdende Eltern unterschätzen das Risiko des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft. Das teilt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit.
In Deutschland kommen pro Jahr Schätzungen zufolge etwa 10.000 Neugeborene zur Welt, bei denen zum Teil schwere Schädigungen, Missbildungen und Entwicklungsstörungen auftreten – nur weil ihre Mütter in der Schwangerschaft Alkohol getrunken haben. Somit ist Alkohol in der Schwangerschaft eine der häufigsten nichtgenetischen Ursachen für körperliche und geistige Behinderungen von Kindern. Etwa 80 Prozent der Frauen trinken regelmäßig Alkohol. Viele von ihnen greifen auch zum Glas, wenn sie schwanger sind. Professor Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, warnt: „Was viele Frauen nicht wissen: Schon geringe Mengen Alkohol können das Kind unheilbar schädigen. Einen Grenzwert für unbedenklichen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft gibt es nicht. Daher sollten schwangere Frauen grundsätzlich auf Alkohol verzichten.”
Fehlbildungen und Herzfehler
Die schwerste Form der Schädigung von Kindern durch Alkohol in der Schwangerschaft ist das fetale Alkoholsyndrom (FAS). Kinder, die davon betroffen sind, weisen unter anderem körperliche Missbildungen, Fehlbildungen des Skeletts und der Extremitäten sowie Nierenschäden und Herzfehler auf. Hinzu können Schäden kommen, die erst im Laufe der Kindheit deutlich werden. Dazu gehören neurologische und psychische Störungen, Verhaltensauffälligkeiten, geistige Entwicklungsstörungen, Sprach- und Hörstörungen, aber auch Hyperaktivität, Autismus und Aggressivität.
Die gesundheitlichen Folgen für das Baby hängen sowohl von der Menge als auch vom Zeitpunkt des Alkoholkonsums ab. Trinkt eine Frau in den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft Alkohol, kann es zu schwersten körperlichen Schäden bis hin zur Fehlgeburt kommen. Alkohol im späteren Verlauf kann zu Wachstumsstörungen, neurologischen Auffälligkeiten und intellektuellen Entwicklungsstörungen führen.

