Norgine

gesund durch DEUTSCHLAND

Informationen zur Gesundheit

Fußfehlstellungen frühzeitig behandeln

Schematische Darstellung eines Ballenzehs. (Grafik: dbp)Schematische Darstellung eines Ballenzehs. (Grafik: dbp)

Viele Menschen behandeln ihre Füße eher stiefmütterlich. Sie bewegen sich zu wenig, sind übergewichtig, tragen falsches Schuhwerk und laufen selten barfuß. Die Folge: Einige von ihnen bekommen im Laufe ihres Lebens Fußfehlstellungen.

Die Professorin Dr. Christina Stukenborg-Colsman leitet die Abteilung Fuß- und Sprunggelenkschirugie der Orthopädischen Klinik der Medizinischen Hochschule im Annastift Hannover. Sie sagt: „Die häufigsten Fußfehlstellungen sind der Ballenzeh (Hallux valgus), der Knick-Senkfuß sowie die Arthrose.“

Der Ballenzeh

Beim Ballenzeh, von dem Frauen viermal häufiger betroffen sind als Männer, weicht der große Zeh im Grundgelenk nach außen ab. Oft gibt es hier eine erbliche Komponente, das heißt: In der Familienanamnese zeigt sich, dass die Abweichung auch bei der Großmutter, Mutter oder Schwester auftaucht.

Langfristig kann sie zu Druckstellen, Schwielen und Entzündungen des Schleimbeutels über dem Ballen führen.

Der Knick-Senkfuß

Eine weitere häufige Fehlstellung ist der Knick-Senkfuß. Der Fuß knickt dabei nach innen und tritt meist noch in Kombination mit einem Senkfuß auf. Dabei senkt sich das Fußgewölbe in Richtung Boden – umgangssprachlich wird hier vom Plattfuß gesprochen.

„Ursache dafür ist häufig eine genetische Veranlagung“, sagt die Professorin. Die Bänder und Muskeln seien zu schwach, um den Fuß aufrecht zu halten. Außerdem seien auch Übergewicht sowie mangelnde Bewegung an der Fehlstellung beteiligt.

„Flexible Knick-Senkfüße bei Kindern richten sich im Zehenstand auf und müssen bei Schmerzfreiheit nicht mit Einlagen behandelt werden“, stellt Dr. Stukenborg-Colsman klar. In der Regel korrigiere sich das Längsgewölbe mit dem Wachstum. Wenn das Problem jedoch auch noch im Erwachsenenalter besteht, könnten sich daraus Schmerzen entwickeln.

Gutes Schuhwerk, gute Vorsorge

Bei Fußproblemen sollten Patienten so früh wie möglich einen Arzt aufsuchen. In der Regel lassen sich Fehlstellungen zwar nicht rückgängig machen, zumindest aber können Fußgymnastik und orthopädische Einlagen ein Fortschreiten der Verformung aufhalten.

„Wir wissen heute, dass flaches Schuhwerk mit einem eingearbeiteten Fußbett für einen gesunden Fuß notwendig ist“, erläutert Dr. Stukenborg-Colsman.

Je schmaler das Schuhwerk vorne und je höher der Absatz sei, desto größer die Gesamtbelastung für den Vorfuß. Nicht nur High Heels, sondern auch zu enge und zu spitze Schuhe fördern so das Entstehen eines Ballenzehs.

Wenn sich bereits ein Ballen- oder Knick-Senkfuß entwickelt hat, kann es im Verlauf der Erkrankung zu belastungsabhängigen Schmerzen kommen. Operiert werden sollte allerdings nur, wenn Krankengymnastik, Einlagen und Schienen kein schmerzfreies Laufen mehr ermöglichen, rät die Expertin.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Alle Felder, die mit * gekennzeichnet sind, müssen ausgefüllt werden!


*

Norgine GmbH