Fremde Keime: Vorsicht am Buffet
Beim Urlaub in exotischen Ländern sollten Menschen mit empfindlichem Magen das Essen mit Bedacht auswählen. (Foto: shock/Fotolia)„Rache ist süß“, sagt der Volksmund. Montezumas Rache dagegen ist alles andere als das: Reisedurchfall schwächt den Organismus und führt in vielen Fällen zu Bauchkrämpfen oder sogar Fieber.
Eine genaue Definition von Durchfall (Diarrhö) ist schwer. Subjektiv empfinden viele Patienten mehrmaligen flüssigen, wässrigen Stuhl als unangenehm und bezeichnen ihn dann als Durchfall. Der Berufsverband der Reisemediziner geht davon aus, dass je nach Land 30 bis 50 Prozent der Reisenden von Durchfall betroffen sind. Die häufigste Ursache seien hierbei Bakterien der Art Escherichia coli (E.coli). Aber auch andere Erreger, klimatische Veränderungen sowie landestypische, für Mitteleuropäer ungewohnte Öle und Gewürze können Durchfall auslösen.
Mit Bedacht essen
Daher sollte man sich gerade in exotischen Urlaubsländern nur mit Bedacht am Buffet bedienen. Als großer Fehltritt kann sich in Ländern mit zweifelhaften Hygienestandards, wie zum Beispiel Indien, der Wunsch nach Eiswürfeln im Getränk entpuppen.
Über die Qualität des Leitungswassers, aus denen die Eiswürfel oft gemacht werden, sollten sich Reisende auf jeden Fall im Vorfeld informieren. Ist sie mangelhaft, gilt das Gebot der Vorsicht – übrigens auch bei gewaschenem Obst oder Salat.
Die gängige, weil einfache und sichere Vorsichtsmaßnahme beim Trinkwasser ist das Abkochen. Wer über längere Zeit auf eigene Faust und mit dem Rucksack unterwegs ist, kann Wasserdesinfektionstropfen aus gut sortierten Trekkingläden einpacken.
Obst vorher schälen
An stark gewürzte Speisen sollte man sich, je nach individueller Magenbeschaffenheit, nur sehr langsam und vorsichtig herantrauen. Obst sollte, wenn möglich, vor dem Essen geschält werden.
Kommt es trotz aller Vorsicht zum Reisedurchfall, ist der Krankheitsverlauf individuell sehr verschieden. Neben häufigem Stuhlgang (teilweise mehr als vier Mal täglich) kommt es in schwereren Fällen zu Bauchkrämpfen und Übelkeit. Auch Fieber kann eine Auswirkung des Durchfalls sein. In Extremfällen erleiden Patienten sogar Ohnmachtsanfälle.
Flüssigkeitsverlust ausgleichen
All diese Probleme werden durch den hohen, ungesunden Flüssigkeits- und Elektrolyteverlust hervorgerufen. Diesen gilt es mithilfe von Getränken, Salz- und Zuckerzufuhr wieder auszugleichen.
In milden Fällen reicht das bereits aus, damit sich langsam eine Besserung einstellt. Ab einer Dauer von fünf Tagen sollten Antibiotika eingenommen werden.
Eine vorbeugende Einnahme von Medikamenten sieht der Deutsche Fachverband Reisemedizin kritisch. Am effektivsten sind Antibiotika dann, wenn die Symptome auftreten. Kohletabletten, wie sie früher immer wieder empfohlen wurden, sehen Experten heute dagegen als eher wirkungslos an.
Ansonsten lautet in exotischen Regionen die Devise: Vorbeugen – also auf Eiswürfel verzichten und auch Speisen und Getränke nur mit Vorsicht genießen.

