Fortschritt im Kampf gegen die Pest
(dbp/cwr) Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg haben zwei neue Wirkstoffe gegen die Pest gefunden.
Die Pest ist längst nicht überall auf der Welt ausgerottet. In Madagaskar, im Kongo und in Peru sterben noch immer Menschen an dieser Krankheit. Wird sie rechtzeitig erkannt, lässt sie sich gut mit Antibiotika behandeln. Das Problem aber ist, dass es mittlerweile Pest-Erreger gibt, denen die gängigen Medikamente nichts mehr anhaben können. Erst 2010 haben Wissenschaftler vom Pariser Intitut Pasteur in Madagaskar zwei Erreger-Stämme gefunden, die nicht mehr auf Antibiotika ansprechen. Aus diesem Grund suchen Forscher ständig nach neuen Wirkstoffen.
Zusammen mit Kollegen der Universität von Stony Brook in den USA haben die Wissenschaftler aus Würzburg herausgefunden, wie genau die zwei neuen Hemmstoffe arbeiten, die den Erreger der Pest unschädlich machen. Diese Stoffe heften sich nämlich an das Enzym FabV und sorgen dafür, dass es nicht mehr arbeiten kann. Das Enzym ist aber für den Erreger lebenswichtig. Wird es blockiert, stirbt er ab.
„Noch aber hemmen die beiden Stoffe das Enzym nicht gut genug“, sagt Professorin Caroline Kisker vom Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg. Die Aufgabe der Wissenschaftler ist es deshalb, die Hemmstoffe noch besser für ihre Arbeit am Enzym auszustatten. Im Idealfall könne man am Ende einen hoch aktiven Wirkstoff präsentieren, so Kisker. Doch der gefundene Hemmstoff sei das eine – ob er sich auch als Medikament eignet, stehe auf einem ganz anderen Blatt. Dazu seien viele weitere Tests notwendig, so die Strukturbiologin.
Hintergrund: Pest-Erreger findet man normalerweise in Nagetieren, allen voran Ratten. Sticht ein infizierter Floh einen Menschen, kann die Pest übertragen werden. Die Folgen: Hohes Fieber und Schüttelfrost sowie ein Anschwellen der Lymphknoten. Wie Beulen auf der Haut sieht das dann aus. Schreitet die Krankheit fort, können innere Organe – vor allem die Lunge – betroffen sein. Der Patient hustet Blut. Bekommt er keine Antibiotika, stirbt er fast immer. Hat ein Infizierter dagegen die so genannte Beulenpest, besteht auch ohne Behandlung eine Überlebenschance von etwa 50 Prozent.

