Fasten: Verzicht für den Körper, Gewinn für den Geist
Das Trinken ist wichtiger Bestandteil einer Fastenkur – oft werden ungesüßte Tees genossen. (Foto: Pixhunter/Fotolia)Heilfasten kurbelt die Konzentration des „Glückshormons“ Serotonin an.
Heilfasten – damit ist nicht nur der Verzicht auf Süßigkeiten von Aschermittwoch bis Ostern gemeint, sondern ein Konzept des Nahrungsverzichts, das für körperliches und vor allem seelisches Wohlbefinden sorgen soll. Überflüssige Pfunde zu verlieren ist dabei nur ein Nebeneffekt. Beim klassischen Heilfasten geht es vielmehr um die bewusste Auseinandersetzung mit dem Körper, der Ernährung und der eigenen Lebenssituation. Einen langfristigen Effekt hat es vor allem dann, wenn sich der Fastende auch danach gesünder ernährt, regelmäßig entspannt und bewegt.
Ganzheitlicher Ansatz
Eine Fastenkur sollte nach Angaben der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung, die in Deutschland Fastenärzte ausbildet, circa zwei bis vier Wochen dauern. Wichtig ist es, dabei ausreichend Wasser oder Tee zu trinken.
Je nach Ausgestaltung kann eine Kur zur Linderung von rheumatoider Arthritis, Darm- und Hauterkrankungen beitragen oder darüber hinaus einem ganzheitlichen Ansatz folgen, also auch die Ruhe und innere Einkehr des Fastenden im Blick haben.
Zunächst hat das Fasten Auswirkungen auf die Stoffwechselvorgänge im Körper. Weil dieser seine Nährstoffe nun nicht mehr aus dem Essen bekommt, bedient er sich an seinen Reserven. So leert die Leber zu Beginn ihre Zuckerspeicher, dann wird das Fettgewebe mobilisiert und Eiweiß abgebaut, um neuen Zucker zu produzieren.
Keine Entschlackung
Eine Entschlackung des Körpers findet beim Fasten entgegen der landläufigen Meinung nicht statt. Der Grund: In einem gesunden Körper lagern sich nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gar keine Abfallprodukte des Stoffwechsels ab, sondern werden über Nieren und Darm ausgeschieden.
Das anfängliche Hungergefühl verschwindet am zweiten oder dritten Tag, der Stoffwechsel verlangsamt sich, der ganze Organismus läuft auf Sparflamme. Manche spüren Symptome wie Müdigkeit und Frieren, die aber von gesunden Menschen gut verkraftet werden können.
Fasten hebt die Stimmung
Jetzt wird den meisten deutlich, wie sehr das Fasten die Stimmung beeinflusst – und dieser Effekt lässt sich nach Angaben der Stiftung Warentest sogar wissenschaftlich erklären. Zu Beginn lösen der leere Magen und der sinkende Blutzuckerspiegel einen Adrenalinschub aus.
Im Laufe der Kur allerdings sinkt die Konzentration des Stresshormons und macht einer höheren Konzentration des Botenstoffs Serotonin Platz. Serotonin ist landläufig als das „Glückshormon“ bekannt, weil es im Gehirn harmonisierend und euphorisierend wirkt. Nicht umsonst wird das Prinzip des Serotonin-Schubs auch in Antidepressiva genutzt.

