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Elastische Stützen für die Venen

Kompressionsstrümpfe haben sich optisch inzwischen deutlich verbessert. Oft sind sie von normalen Nylonstrumpfhosen kaum zu unterscheiden. (Foto: artmim/Fotolia)Kompressionsstrümpfe haben sich optisch inzwischen deutlich verbessert. Oft sind sie von normalen Nylonstrumpfhosen kaum zu unterscheiden. (Foto: artmim/Fotolia)

Kompressionsstrümpfe sorgen für den richtigen Druck.

Bei fast allen Venenerkrankungen ist der Einsatz von Kompressionsverbänden oder -strümpfen entweder die entscheidende Therapieform oder eine wichtige unterstützende Maßnahme – im wahrsten Sinn des Wortes. Der Druck von außen sorgt für eine Verbesserung der Blutzirkulation: Der Venenquerschnitt wird reduziert, die Venenklappenfunktion verbessert und der venöse Rückstrom beschleunigt.

Elastische Fäden sind dabei das Geheimnis: Kompressionsstrümpfe sollen einen möglichst gleichmäßigen Druck auf das Bein (beziehungsweise den Arm, für den es ebenfalls spezielle Strümpfe gibt) ausüben. Nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie sind Medizinische Kompressionsstrümpfe (MKS) als Strumpfhose, Schenkel-, Halbschenkel- und Wadenstrumpf erhältlich und einsetzbar.

Wichtig: die Druckunterschiede

Die Unterteilung in vier Kompressionsklassen entspricht den unterschiedlichen Bedürfnissen der Venenpatienten. Die Klasse I mit einem Druck von circa 20 mmHG sorgt für eine leichte Kompression, die zum Beispiel in der Schwangerschaft oder als Prävention bei schweren, müden Beinen nützt.

Mit über 40 mmHG liegt der Druck in der Klasse IV doppelt so hoch. Diese sehr kräftige Kompression ist bei schweren Schwellungen oder Lymphödemen notwendig.

Angestrebt wird „ein möglichst hoher Arbeitsdruck bei niedrigem Ruhedruck und ausreichendem Tragekomfort“, wie die Deutsche Venen-Liga erklärt. „Arbeitsdruck“ herrscht bei Bewegung, „Ruhedruck“ bei einem ruhig liegenden Bein.

Individuelle Anpassung

Wichtig ist eine individuelle Anpassung. „Ein medizinischer Kompressionsstrumpf kann seine Wirkung nur bei einer adäquaten Passform entfalten“, heißt es in den Leitlinien der Fachgesellschaft. Deshalb gibt es eine ganze Reihe von Umfangmaßen und drei verschiedene Längen.

Strümpfe der Klasse IV und Strümpfe für Menschen mit „relevant abweichenden Maßen“ sollten den Leitlinien zufolge nach Maß gefertigt werden. Für das Anmessen sind Fachpraxen und -kliniken ebenso zuständig wie der Sanitätsfachhandel und spezielle Apotheken.

Strümpfe auch für Schwangere

Die Deutsche Venen-Liga empfiehlt das Tragen von Kompressionsstrümpfen unter anderem bei schweren und müden Beinen, Schwellungsgefühlen und Schmerzen, in der Schwangerschaft und als vorbeugende Maßnahme bei vorwiegend sitzenden oder stehenden Tätigkeiten.

Professor Eberhard Rabe, Vorsitzender der Deutschen Venengesellschaft, rät außerdem bei langen Flugreisen zu Stützstrümpfen – insbesondere Schwangeren und älteren Menschen.

Verbesserte Strumpfoptik

Was die Optik angeht, sind viele Kompressionsstrümpfe heute kaum mehr von einer blickdichten Strumpfhose zu unterscheiden. „Das sind keine Gummistrümpfe mehr, die man auf zehn Meter Entfernung erkennt“, so Professor Rabe. Die Strümpfe sind auch in Modefarben und unterschiedlichen Designs zu haben.

Bei medizinischer Indikation und der Verordnung durch einen Arzt zahlen die Krankenkassen einen Festbetrag für bis zu zwei Paar Strümpfe pro Jahr.

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