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EFT: Akupunkturpunkte klopfen statt nadeln

Akupunkturpunkte im Gesicht, auf dem Oberkörper und an den Händen werden bei EFT systematisch abgeklopft, um den Energiefluss anzukurbeln. (Foto: dragonfang/Fotolia)Akupunkturpunkte im Gesicht, auf dem Oberkörper und an den Händen werden bei EFT systematisch abgeklopft, um den Energiefluss anzukurbeln. (Foto: dragonfang/Fotolia)

Krankheiten und Probleme einfach „wegklopfen“ – funktioniert das wirklich?

Wer im Internet zum Stichwort EFT (Emotional Freedom Techniques, auch: Klopfakupressur) stöbert, bekommt vieles zu lesen: EFT helfe, „eingefahrene Lebensmuster zu lösen“ und sei die „ perfekte Methode zur Beseitigung von emotionalen Blockaden“. Was EFT tatsächlich bewirkt, ist umstritten. Entwickelt wurde die Methode, die übersetzt so viel heißt wie „Techniken emotionaler Freiheit“, von Gary Craig. Ihr Kern ist das Abklopfen einer Abfolge von Akupunkturpunkten am Körper. Dabei soll sich der Patient auf das Problem konzentrieren, das er bearbeiten möchte. Die Methode wird von Therapeuten angewendet, eignet sich aber auch zur Selbsthilfe.

Blockaden im Meridiansystem auflösen

Die Grundidee ist, dass fast jedes belastende oder negative Gefühl aus einer Blockade im Meridiansystem des Körpers resultiert, erläutert Marion Schmiedeskamp-Vemmer vom Fachverband der professionellen EFT-AnwenderInnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (EFT D.A.CH Verband). Diese Blockade könne durch ein belastendes oder traumatisches Ereignis entstanden sein. Der Trauma-Begriff werde hier allerdings durchaus weiter gefasst als im medizinischen Sinn.

13 (je nach Konzept auch nur zwölf) Punkte im Gesicht, auf dem Oberkörper und an den Händen, jeder auf einem anderen Meridian, werden sanft abgeklopft, um die Blockaden zu lösen, wie die Expertin erklärt. Und zwar jeder fünf bis zehn Mal, dann der Nächste. So könne die Energie wieder fließen und es werde Kraft zur Problemlösung freigesetzt.

Verwandte Methoden haben als Ansatz, jeweils den spezifischen Punkt für ein spezifisches Problem auszuwählen. Dank des gewissermaßen „universaleren“ Vorgehens der EFT, bei der alle Punkte geklopft werden, ist die Methode auch für Laien zur Selbsthilfe geeignet, so Schmiedeskamp-Vemmer.

Das Problem annehmen, bevor man es loslässt

Klopfen allein helfe allerdings nicht; die Konzentration auf das Problem, um das es geht, ist entscheidend. Das soll während des Klopfens laut ausgesprochen werden, damit der Fokus gesetzt bleibe, erklärt Marion Schmiedeskamp-Vemmer: „Der Schmerz im rechten Hinterkopf“ oder „die Angst vor Spinnen“ könne zum Beispiel als Begleitsatz formuliert werden. Bei der Lösung von Ängsten habe sich EFT als besonders wirksam erwiesen.

Wichtig sei, das Thema möglichst präzise herauszuarbeiten – also nicht einfach nur einen Schmerz oder eine Angst an sich zu formulieren. Das jeweilige Symptom wird dann vor dem Beginn des Klopfens noch auf einer Skala in seiner Ausprägung eingeschätzt. Außerdem gibt es eine Technik, sich seinem Problem erst einmal anzunehmen, bevor man es loslässt – das sei wichtig für die Wirkung, sagt die Fachfrau.

Die Methode habe klare Grenzen: EFT heilt keine körperlichen Erkrankungen, betont sie. Wer das behaupte, arbeite unseriös. EFT könne aber zumindest Erleichterung bringen, indem zum Beispiel krankheitsbedingter Stress gelöst wird.

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