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Die “unsichtbare” Operation

Neue Methoden der Bildgebung machen neue Methoden der Operation möglich. (Foto: K. Sutyagin/Fotolia)Neue Methoden der Bildgebung machen neue Methoden der Operation möglich. (Foto: K. Sutyagin/Fotolia)

Interventionelle Radiologen schleichen sich zielstrebig durch den Körper.

Sie ist das jüngste Teilgebiet der Radiologie; doch im Unterschied zur Diagnostik, die lediglich die Ergebnisse der Abbildungsverfahren auswertet, behandelt die interventionelle Radiologie Krankheiten. Die Eingriffe werden minimal-invasiv (mit nur kleinsten Verletzungen von Haut und Weichteilen) von Kathetern durchgeführt und bedürfen daher keiner Narkose.

Die winzigen Instrumente bringen eine Vielzahl von Vorteilen mit sich: Die Prozedur läuft unter örtlicher Betäubung recht schmerzfrei ab, da über natürliche Wege, wie Blutbahnen oder Gangsysteme vorgedrungen werden kann, ohne größere Schäden zu hinterlassen. So bleibt den Patienten, die interventionell therapiert wurden, oft ein längerer Krankenhausaufenthalt erspart.

Schonender als offene Operationen

Die Präzision von Röntgendurchstrahlung, Computertomographie (CT) und Ultraschall, mit denen ständig die Lage des Katheters überprüft und korrigiert wird, verringert außerdem die Gefahr für den Patienten.

Mehr und mehr werden nach Angaben der Deutschen Röntgengesellschaft offene Operationen und Chemotherapie durch interventionelle Therapien ergänzt oder gar ersetzt. Der Grund: Diese seien schonender und auch preiswerter, so die Deutsche Gesellschaft für interventionelle Radiologie. Hauptsächlich finden die Methoden bisher bei Gefäßerkrankungen und in der Krebstherapie Anwendung.

Gefäßerkrankungen

Oft können Gefäßverengungen interventionell radiologisch beseitigt werden. Zunächst wird durch eine Darstellung (Angiographie) der Arterien per Ultraschall, Magnetresonz- oder Katheterangiographie die genaue Lage der Verengung bestimmt. Ist dies geschehen, führt der Radiologe über die Leiste des Patienten einen Katheter in die Arterien. An der Spitze dieses Instruments befindet sich ein Ballon, der mithilfe von Röntgendurchleuchtung des behandelten Abschnitts millimetergenau ans Ziel herangeführt wird. Dort wird er schließlich entfaltet und schafft damit einen neuen Kanal für den Blutfluss, da er die Ablagerungen im Gefäß verdrängt.

Diese Methode wird Perkutane Transluminale Angioplastie (PTA) oder umgangssprachlich Ballonangioplastie genannt. Am häufigsten findet sie bei den Becken- und Beinarterien Anwendung, sowie bei einer Verengung der Nierenarterien. Sollten sich an der behandelten Stelle unverhofft wieder Ablagerungen bilden, kann über dasselbe Verfahren ein kleines Metallgitter in die Arterie eingesetzt (Stentangioplastie) werden.

Krebstherapie

Zur Behandlung von Tumoren stehen der interventionellen Radiologie grundlegend zwei Verfahren zur Verfügung: Thermoablation und Chemoembolisation. Bei ersteren werden Nadeln oder Sonden minimal-invasiv unmittelbar ins Tumorgewebe eingeführt und dort erhitzt, sodass die umliegenden Zellen absterben. Die Energiezufuhr erfolgt dabei entweder über Radiofrequenz oder Laser.

Bei der Chemoembolisation wird der Katheter über eine den Tumor versorgende Blutbahn herangeführt. Dann wird ein intensives Chemotherapeutikum lokal verabreicht und anschließend die Arterie verödet, damit die chemischen Stoffe nicht zu schnell aus dem Tumorgewebe „ausgewaschen“ werden. Die Nebenwirkungen sind schwächer als die einer herkömmlichen Chemotherapie. Außerdem ist der Tumor durch die Verödung von seiner Nähr- und Sauerstoffzufuhr abgeschlossen, was das Verfahren bei stark durchbluteten Tumoren besonders wirksam macht.

Angewendet werden die beiden Methoden vor allem bei Leber- und Gallenkarzinomen, aber auch bei Metastasen (Tochtergeschwüren) in diesen Bereichen und bei bösartigen Tumoren in der Gebärmutter.

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