Die nächste Pollensaison kommt bestimmt

Wer gegen Frühblüher wie Birken allergisch ist, sollte im Herbst oder Winter mit einer Immuntherapie beginnen. (Foto: Schlierner / Fotolia)
Wer gegen Frühblüher wie Birken allergisch ist, sollte im Herbst oder Winter mit einer Immuntherapie beginnen. (Foto: Schlierner / Fotolia)

Heuschnupfengeplagte sollten jetzt an die Hyposensibilisierung denken

(dbp/auh) Herbst und Winter sind die idealen Jahreszeiten für Pollenallergiker, um mit einer Hyposensibilisierung zu beginnen. Denn in dieser Zeit sind die meisten Heuschnupfen-Patienten völlig beschwerdefrei. Lediglich diejenigen, die an einer Kreuzallergie durch bestimmte Lebensmittel leiden, leben auch im Winter nicht ganz unbeschwert.

Dr. Leif Erik Walther vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte (BVHNO) erläutert die Mechanismen der Kreuzallergie: „Da einige Proteine aus Obst- und Gemüsesorten ähnliche Strukturen wie Pflanzenpollen aufweisen, springt auch hier das Immunsystem an. So vertragen Menschen, die auf Frühblüher wie Birke und Hasel sensibilisiert sind, oft schlecht Paprika, Tomate, Apfel, Erdbeeren, Kümmel und Mandeln. Patienten mit Gräser-Allergie können bei Soja-Produkten und Erdnüssen ein Kribbeln oder Brennen an der Lippe oder im Mund-Rachen-Raum verspüren.“

Ob es sich bei diesen Beschwerden tatsächlich um das für eine Kreuzallergie typische orale Allergie-Syndrom (OAS) handelt oder ob vielleicht doch eine echte Nahrungsmittelallergie vorliegt, sollte vom HNO-Arzt untersucht werden, rät Dr. Walther.

Immuntherapie mit Spritzen oder Tabletten

Die Pollenallergie und damit auch die Kreuzallergie können ursächlich mit einer sogenannten spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) behandelt werden. Die Therapie bildet die Basis für eine beschwerdeärmere Pollensaison im nächsten Jahr, heißt es hoffnungsfroh auf der Internetseite des Berufsverbandes der HNO-Ärzte (BVHNO), www.hno-aerzte-im-netz.de.

Es gebe verschiedene, wirksame Therapieformen für Pollenallergiker, erläutert Dr. Winfried Goertzen, Vorsitzender des BVHNO-Landesverbandes Bayern. „Neben den bewährten Injektionen gibt es mittlerweile auch Medikamente zur Einnahme. Beides hat seine Vorteile. Die orale Therapie kann in der Regel daheim erfolgen. Wichtig ist dabei, dass die Tabletten oder Tropfen über Jahre konsequent jeden Tag eingenommen werden müssen. Wer lieber eine kontrollierte Therapie wünscht und nicht täglich an die Medikamenten‐Einnahme denken möchte, sollte sich in der HNO‐Arzt‐Praxis besser ein paar Spritzen geben lassen. Hierbei gibt es unterschiedliche Präparate für eine Kurzzeit‐ oder Langzeittherapie mit unterschiedlichen Dosierschemata.“

Mehr Toleranz lernen

Mit der Hyposensibilisierung soll das Immunsystem dazu gebracht werden, dem Allergen gegenüber wieder „toleraner“ zu werden. Dieses Ziel soll erreicht werden, in dem das Immunsystem lernt, keine IgE-Antikörper, sondern IgG-Antikörper zu produzieren. Die IgG-Antikörper bekämpfen normalerweise Krankheitserreger und neutralisieren das Allergen, bevor es zur Bildung von IgE-Antikörpern mit Histamin-Freisetzung kommt.

Um einen nachhaltigen Therapieerfolg zu erreichen, empfiehlt Dr. Walther eine Behandlungsdauer von mindestens drei Jahren.

Übrigens: Eine Allergie‐Therapie ist nach Angaben des BVHNO nicht nur in Hinblick auf die wünschenswerte Beschwerdefreiheit sinnvoll. Eine Hyposensibilisierung könne auch die Entwicklung eines allergischen Asthmas verhindern.

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