Diabetes – ein häufiger Begleiter in der Schwangerschaft
Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes entwickelt haben, müssen regelmäßig ihre Blutzuckerwerte überprüfen. (Foto: MS Fotodesign/Fotolia)Ein Gestationsdiabetes birgt Risiken für Mutter und Kind.
Ein Diabetes tritt nicht nur im Alter plötzlich auf, sondern kann auch werdende Mütter heimsuchen. Dieser sogenannte Gestationsdiabetes gehört zu den häufigsten Komplikationen während der Schwangerschaft und bleibt nach wie vor oft unentdeckt. Ein Blutzuckertest ist deshalb empfehlenswert – zum Wohl von Mutter und Kind. Die Schwangerschaft ist eine Belastung für den Stoffwechsel der werdenden Mutter. Durch Hormone erhöht sich jetzt der Insulinbedarf. Kann die Schwangere diesen nicht durch Mehrproduktion von Insulin ausgleichen, steigt der Blutzuckerspiegel höher als üblich. Nach der Geburt, wenn wieder weniger Insulin gebraucht wird, verschwindet der Diabetes in der Regel wieder. Allerdings entwickeln bis zu 50 Prozent der Betroffenen innerhalb von zehn Jahren nach der Entbindung einen Typ 2-Diabetes.
Überdurchschnittlich große Babys
Nach aktuellen Zahlen der Experten von diabetesDE entwickelten im vergangenen Jahr etwa 24.000 Schwangere in Deutschland einen Gestationsdiabetes (GDM). Ob er auftritt, ist neben einer genetischen Veranlagung auch zum Beispiel vom Übergewicht und dem Alter der Schwangeren abhängig.
Bleibt er unbehandelt, bestehen für Mutter und Kind erhöhte Kurz- und Langzeitrisiken. So können die Babys bei der Geburt überdurchschnittlich groß und schwer (mehr als 4000 bis 4500 Gramm), aber trotzdem in der Entwicklung gestört sein. Zudem neigen sie bereits in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter zu Übergewicht, Diabetes und den entsprechenden Begleiterkrankungen. Die Mutter hat unter anderem ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfekte und Bluthochdruck.
Zuckerbelastungstest ab der 24. Woche
Eine bessere Früherkennung durch Blutzuckertests ist deshalb besonders wichtig. Nur leider sind diese bisher kein fester Bestandteil in den Mutterschaftsrichtlinien. Empfohlen wird Schwangeren zwischen der 24. und 28. Woche ein sogenannter oraler Glukosetoleranztest (OGTT), auch Zuckerbelastungstest genannt. Dabei muss eine Glukosetestlösung getrunken werden, einige Zeit danach wird dann der Blutzuckerwert kontrolliert. Überschreitet er eine gewisse Grenze, weist das auf einen Schwangerschaftsdiabetes hin.
Therapieziel ist es schließlich, die Blutzuckerwerte in einem optimalen Bereich zu halten. Wichtiger Behandlungsbaustein ist dabei die Umstellung der Ernährung, die meist auch schon ausreicht, um die Werte im Griff zu halten. Nur für eine kleine Gruppe Frauen ist zusätzlich eine Insulinbehandlung nötig. Ob und in welcher Form sie zum Einsatz kommt, klären Gynäkologe und ein Diabetologe im Einzelfall.
Wird ein Schwangerschaftsdiabetes rechtzeitig erkannt und engmaschig ärztlich betreut, steht einer normalen Schwangerschaft und Geburt im Grunde nichts im Wege.

