Demenzprävention: Die Neugier pflegen
Wer sich geistig fit hält – zum Beispiel beim Spiel mit den Enkeln – ist gegen eine Demenz besser gewappnet. (Foto: G. Grand/Fotolia)Aktiv sein hilft, dem geistigen Abbau vorzubeugen.
Das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Allerdings ist längst nicht jeder ältere oder alte Mensch betroffen. Statistisch gesehen trifft es Frauen häufiger als Männer. Mehr gefährdet als andere sind außerdem alle, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, bei denen Risikofaktoren für Herz- und Gefäßerkrankungen vorliegen (zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht) oder deren Verwandte ersten Grades eine Demenz hatten.
Zur Vorbeugung kann jeder selbst etwas tun: Aktiv sein und aktiv bleiben – und zwar auf allen Ebenen. Denn nicht nur körperliche Aspekte spielen für das Krankheitsgeschehen eine Rolle.
Eine geringe psychosoziale Betätigung und zu wenig geistige Aktivität gelten ebenfalls als Risikofaktoren für eine Demenz. Wer also ganz bewusst am Leben teilnimmt und seine grauen Zellen trainiert, ist besser gewappnet.
Körper und Geist fit halten
„Spätestens ab 50 sollte man damit beginnen, seine Neugier zu pflegen“, sagt Professor Konrad Beyreuther, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Alzheimer-Gesellschaft.
Es sind simple Dinge, mit denen man seine Risikofaktoren positiv beeinflussen kann: etwa eine abwechslungsreiche Ernährung, regelmäßige körperliche Betätigung und die Pflege sozialer Kontakte. „Gehen Sie dreitausend bis fünftausend Schritte am Tag, essen Sie viel Obst und Gemüse, befassen Sie sich mit Ihren Enkeln, spielen Sie Gesellschaftsspiele, lesen Sie die Zeitung“, lauten die Empfehlungen von Professor Beyreuther.
Was das Essen angeht, dürfte man auch ab und an einmal „sündigen“. Wichtig sei allerdings, pflanzliche Samen in den Speiseplan einzubauen. „Verzichten Sie lieber auf einen Luxusartikel und kaufen Sie sich stattdessen eine Schrotmühle“, rät der Experte.
Die Psyche hat Einfluss
Auch Stress oder ein schlechtes Gewissen wirken sich negativ aus, sagt Beyreuther. Die Bewältigung von Problemen spiele eine entscheidende Rolle in Bezug auf das Risiko einer Demenz. Wie stark die Psyche beteiligt ist, zeigt die Tatsache, dass bei vielen Demenz-Patienten eine depressive Verstimmung am Beginn der Erkrankung steht.
Die Betroffenen bekommen anfangs sehr genau mit, dass etwas mit ihnen nicht stimmt und dass sie zunehmend Fähigkeiten verlieren, die ihnen früher selbstverständlich waren. Das führt zu Angst, Unsicherheit und emotionalen Problemen.
Demenz oder „echte“ Depression?
Lassen die geistigen Fähigkeiten eines älteren Menschen nach oder wird er pessimistisch und antriebslos, kann die Ursache auch eine „echte“ Depression sein. Im Gegensatz zu einer Demenz, die sich in aller Regel langsam einschleicht, lässt sich der Beginn der Beschwerden dann aber meist zeitlich präzise angeben.
So oder so gilt: Möglichst früh einen Arzt aufsuchen. Nur eine konkrete Diagnose liefert gegebenenfalls auch eine konkrete Möglichkeit der Behandlung.

