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Demenz: Die Auslöser des Vergessens

Vergesslichkeit und Verwirrtheit können Zeichen einer Demenz sein. Die frühe ärztliche Abklärung ist wichtig. (Foto: A. Figge/Fotolia)Vergesslichkeit und Verwirrtheit können Zeichen einer Demenz sein. Die frühe ärztliche Abklärung ist wichtig. (Foto: A. Figge/Fotolia)

Mehr als eine Million Menschen in Deutschland leiden an einer Demenz. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „ohne Geist“ oder „weg vom Geist“. Der Krankheitsverlauf ist meist schleichend und äußert sich in verschiedenen Symptomen.

So werden die Betroffenen vergesslich und unaufmerksam, verlegen Dinge, müssen nach Worten suchen. Vernunft und Urteilskraft sind beeinträchtigt, Zeitgefühl und Orientierung gestört. Eine Demenz ist jedoch keine Erkrankung, sondern ein Beschwerdebild, dem jeweils unterschiedliche Erkrankungen zugrunde liegen können, erläutert Dr. Timo Grimmer von der Gedächtnisambulanz der Technischen Universität München.

Warnzeichen ernst nehmen

„Kennzeichen ist in jedem Fall ein Verlust geistiger Leistungsfähigkeit, der die Bewältigung des Alltags beeinträchtigt“, so der Mediziner. Sind die Symptome nicht eindeutig oder nicht ausgeprägt, fällt es oft schwer, zu unterscheiden, ob ein älterer Mensch nur „ein wenig vergesslich“ wird oder tatsächlich am Beginn einer Demenz steht.

Wichtig ist, Warnzeichen ernst zu nehmen und möglichst frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. Auch, weil einige der Erkrankungen, die eine Demenz auslösen können, reversibel – also ursächlich behandelbar – sind, sagt Dr. Grimmer.

Krankheiten als Auslöser

Zu diesen Erkrankungen gehören beispielsweise Diabetes, Entzündungen und Infektionen des Gehirns, Schädel-Hirn-Traumata, Hirntumoren, ein Mangel an Schilddrüsenhormonen oder an Vitamin B12 sowie ein sogenannter „Normaldruckhydrozephalus“. Bei dieser Erkrankung sammelt sich Nervenwasser in den inneren Hirnkammern. Auch bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung eine Demenz auslösen. All diese Möglichkeiten müssen bei der Diagnostik in Betracht gezogen werden.

Bei einem Großteil der Patienten – Schätzungen gehen von 70 Prozent aus – ist die Demenz durch die Alzheimerkrankheit bedingt. Bei der nach ihrem Entdecker Alois Alzheimer benannten Erkrankung lagern sich bestimmte Eiweiße im Gehirn ab und Nervenzellen gehen zugrunde. „Dieses Grundproblem können wir nicht ursächlich behandeln“, erläutert Dr. Grimmer.

Methoden zur Diagnose

Bei weiteren 20 Prozent der Patienten sind Durchblutungsstörungen schuld an der Symptomatik – kleine, oft unbemerkt gebliebene Schlaganfälle. Man spricht dann von einer vaskulären Demenz. Den Rest machen Mischformen, seltene Hirnerkrankungen und die behandelbaren Krankheiten aus.

Um herauszufinden, welches Problem einer Demenz zugrunde liegt, sind neben der Anamnese (dem ärztlichen Gespräch) eine körperliche Untersuchung und psychologische Tests wichtig. Sogenannte Biomarker, die Eiweißveränderungen anzeigen, können laut Dr. Grimmer die diagnostische Sicherheit erhöhen.

Mithilfe der Computer- und der Magnetresonanz- sowie der Positronenemissions-Tomografie (CT, MRT, PET) ist es möglich, strukturelle beziehungsweise funktionelle Aufnahmen des Gehirns und damit Veränderungen sichtbar zu machen.

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