Norgine

gesund durch DEUTSCHLAND

Informationen zur Gesundheit

Das Zittern wird oft erst spät gedeutet

Starkes Zittern ist das bekannteste Anzeichen für eine Parkinson-Erkrankung. (Foto: Susanne Polig/dbp)Starkes Zittern ist das bekannteste Anzeichen für eine Parkinson-Erkrankung. (Foto: Susanne Polig/dbp)

Parkinson, auch Schüttellähmung genannt, ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung, die meist im fortgeschrittenen Lebensalter auftritt.

„Es gibt aber eine steigende Tendenz der Erkrankungen. Sowohl bei Menschen, die älter als 60 Jahre sind, als auch bei Jüngeren“, weiß Professor Reinhard Dengler, Neurologe an der Medizinischen Hochschule Hannover. Bei Parkinson sterben im Mittelhirn Nervenzellen ab, die Dopamin enthalten. Dopamin ist ein Botenstoff, der die Bewegungsimpulse der Muskeln steuert. Bei einem Mangel an Dopamin zittern die betroffenen Patienten unkontrolliert, können sich nur langsam oder sehr wenig bewegen, während ihre Muskeln versteifen.

„Parkinson“, sagt Dengler, „ist schwer zuverlässig zu diagnostizieren, weil es keine beweisenden Befunde im Blut, Nervenwasser oder Kernspin gibt.“ Die Erkrankung schreite sehr langsam fort und es dauere häufig einige Jahre, bis sie erkannt werde.

Zu Beginn unspezifische Symptome

Je früher eine Krankheit erkannt wird, desto besser ist sie zu behandeln. Das gilt auch für Parkinson. Zu Beginn der Erkrankung zeigen sich jedoch nur sehr unspezifische Anzeichen wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen.

Oft ist das erste Anzeichen ein charakteristisches Zittern. Auffällig ist, dass das Zittern bei gezielten Bewegungen verschwindet und erst in Ruhe wieder auftritt. Betroffen sind vor allem Arme, Hände, aber auch Füße sowie andere Körperteile. „Es gibt drei charakteristische Symptome“, die für die Diagnose wichtig seien, erläutert Dengler. Dazu gehören das Ruhezittern, eine deutliche Verlangsamung der Bewegungsabläufe und eine erhöhte Muskelspannung sowie Muskelsteifigkeit.

Im Frühstadium seien vor allem die typische nach vorn gebeugte Haltung und der langsame schlurfende Gang erkennbar. Bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf falle es den Betroffenen schwer, vom Stuhl aufzustehen oder sich im Bett umzudrehen.

Defekte in den Parkinson-Genen

„Bis heute“, bedauert Dengler, „sind die Ursachen für die Parkinson-Erkrankung weitgehend unbekannt.“ Erwiesen sei lediglich, dass in etwa zehn Prozent der Fälle die Erkrankung auf Defekte in den sogenannten Parkinson-Genen zurückzuführen ist. Das heißt aber auch, dass Parkinson vererbbar sein kann. Wenn es in der Familie Parkinson-Patienten gibt, ist also die Wahrscheinlichkeit größer, daran zu erkranken.

Ein Forscherteam um Privatdozentin Konstanze Winklhofer und Professor Christian Haas an der Ludwig-Maximilian-Universität in München habe kürzlich bestätigt, dass zwei Parkinson-Gene mitverantwortlich dafür sind, dass Nervenzellen absterben. Bis jetzt sind etwa zehn Parkinson-Gene bekannt, deren Funktionsweise noch im Detail entschlüsselt werden muss. Bis heute gibt es deshalb auch keine sichere Möglichkeit der Vorsorge.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Alle Felder, die mit * gekennzeichnet sind, müssen ausgefüllt werden!


*

NORGINE ´MOVIPREP`