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Chemotherapie: Manche Tumorzellen sind extrem hartnäckig

Das Verhalten von Tumorzellen muss weiter untersucht werden, um Chemotherapie-Resistenzen künftig wirksam bekämpfen zu können.  (Foto: ksch/Fotolia)Das Verhalten von Tumorzellen muss weiter untersucht werden, um Chemotherapie-Resistenzen künftig wirksam bekämpfen zu können. (Foto: ksch/Fotolia)

Eine Krebserkrankung kann das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen schnell aus der Bahn werfen. Umso größere Hoffnungen werden in die Therapie, etwa die Chemotherapie, gesetzt. Doch die Medikamente, die den Krebs bekämpfen sollen, sprechen nicht bei jedem gleich an.

Gründe dafür gibt es mehrere. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) sind manche Tumorzellen regelrechte Entgiftungsspezialisten. Das heißt: Genau wie die Zellen in Niere, Darm oder Leber Schadstoffe schnell aus dem Körper spülen, sorgen solche Tumorzellen – auch wenn sie ganz anders aufgebaut sind – dafür, dass die giftigen Zytostatika der Chemotherapie schnell wieder abtransportiert werden. Und zwar ohne dass sie ihre eigentliche Mission, nämlich die Zerstörung des Tumors, ausreichend erfüllen können.

Häufig spielt es dabei keine Rolle, um welche der vielen verschiedenen Zytostatika, die es auf dem Markt gibt, es sich handelt. Die Fachwelt spricht dann von einer „Multidrug-Resistenz“.

Giftstoffe dringen nicht mehr ein

Darüber hinaus sind nach DKFZ-Angaben einige Krebstumoren schon von ihrem grundlegenden Aufbau weniger empfänglich für Zytostatika. So könne es zum Beispiel sein, dass die  Tumorwand so verändert ist, dass sie keine Giftstoffe mehr durchlässt. Oder der Tumor ist so schlecht durchblutet, dass die Giftstoffe nicht mehr über das Blut in sein Innerstes transportiert werden können.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Krebszelle zwar durch die Chemotherapie geschädigt wird, aber trotzdem nicht abstirbt. Verantwortlich für das Sterben einer kranken oder  zerstörten Zelle ist unter anderem das Gen p53. Ist seine Funktion gestört, können die Zellen nicht absterben. Neben p53 gibt es für den Zelltod aber noch andere solche Schlüsselgene, wie man inzwischen weiß.

Die Sensitivität testen

Die Erkenntnisse um mögliche Resistenzen gegenüber einer Chemotherapie haben zur Entwicklung von Tests auf die Chemosensitivität der Tumorzellen geführt. Der Gedanke dahinter ist der, dass man Patienten, die etwa wegen genetischer Gründe voraussichtlich schlecht auf eine Chemotherapie ansprechen, deren starke Nebenwirkungen (zum Beispiel Haarausfall,  Übelkeit, Erschöpfung oder angegriffene Schleimhäute) ersparen könnte. Möglich ist in manchen Fällen auch, etwa durch eine Kombination mit einer Strahlentherapie, die Tumorzellen  wieder empfänglicher für die Krebsmedikamente zu machen (Radiochemotherapie).

Bislang hat sich aber noch kein Chemosensitivitätstest als Routineuntersuchung bei Krebspatienten durchgesetzt – schließlich kann eine Resistenz verschiedene Gründe haben. Bis Resistenzen, etwa mit begleitenden Medikamenten, erfolgreich überwunden werden können, ist noch einige Forschung nötig.

Bis dahin sind vor allem die Erfahrung und das Einschätzungsvermögen des behandelnden Arztes gefragt. Bereits jetzt können verschiedene Tumoreigenschaften untersucht werden und es gibt Erfahrungen, welche Krebsarten besser und welche schlechter auf eine Chemotherapie ansprechen. Ob diese Art der Behandlung überhaupt infrage kommt, hängt darüber hinaus von vielen weiteren Faktoren ab: etwa dem sonstigen Gesundheitszustand des Patienten und dem Krankheitsfortschritt.

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