Bewegung hält fit – und auch gesund
Bewegung beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und senkt das Krebsrisiko. (Foto: falkjohann/Fotolia)Wer krank ist, sollte im Bett bleiben – dieser fürsorgliche Rat stimmt nicht immer. Denn es gibt Krankheiten, bei denen Bewegung förderlich, wenn nicht sogar dringend notwendig ist.
Stichwort Bluthochdruck. Oft unterschätzt, doch in Deutschland sterben mehr Menschen an einem langfristig stark erhöhten Blutdruck als an Krebs. „Um diesem vorzubeugen oder sogar entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, das Körpergewicht zu reduzieren“, sagt Professor Dr. Ingo Froböse, Sportmediziner an der Deutschen Sporthochschule (DSHS) Köln. Eine gesündere Ernährung, vor allem aber die Änderung des Lebensstils hin zu mehr Bewegung sei dringend nötig.
Laufen oder Radfahren gegen Bluthochdruck
Der Sportmediziner rät seinen Patienten bei Bluthochdruck zu konsequentem Ausdauertraining: „ Drei Mal pro Woche eine halbe Stunde Laufen oder Fahrrad fahren reicht da schon aus“, erklärt Professor Froböse und ergänzt, dass diese Aktivität auf lange Sicht nicht nur nachweislich den Blutdruck um bis zu 20 Prozent senkt, sondern auch einen positiven Effekt auf die gesamte Herzleistung hat.
Der Grund: „Mit zunehmender Trainingszeit wird das menschliche Herz sportlicher.“ Und nicht umsonst gelte das Mediziner-Sprichwort „Der Mensch ist so jung wie seine Gefäße“.
Bewegung als „Medikament“
Regelmäßiges Ausdauertraining durch Joggen, Schwimmen oder Radfahren eignet sich vorzüglich zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es erhöht das Blutvolumen im Körper, sodass die Muskeln immer mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden können.
Weil bei diesen Trainingsarten viele Muskeln gleichzeitig aktiv sind, ist gegen etwas Krafttraining zur Stabilisierung ebenfalls nichts einzuwenden. Der Sportmediziner von der DSHS Köln verrät, dass kein Medikament gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen so vielfältige Wirkungen bei so wenig Nebenwirkungen hat, „wie gut dosierte, regelmäßige Bewegung“.
Aktivität senkt das Krebsrisiko
Auch bei Krebserkrankungen spielt Bewegung eine wichtige Rolle. So wird Sport sowohl zur Vorbeugung als auch während und nach der Behandlung für Betroffene empfohlen und verschrieben.
„Regelmäßige körperliche Aktivität kann das Risiko einiger Krebsarten sogar senken“, erklärt Professor Froböse. Statistisch gesehen erkranken Menschen mit einem aktiven und bewegungsfreundlichen Lebensstil zum Beispiel seltener an Darm- oder Brustkrebs als die Durchschnittsbevölkerung.
Mix aus Kraft und Ausdauer
Aber auch bei bereits Erkrankten hat körperliche Aktivität eine positive Wirkung. „Es gibt spezielle Übungen und Krankengymnastik, die sowohl Schmerzen, als auch Einschränkungen der Beweglichkeit vermindern oder sogar ganz vermeiden können“, so Professor Froböse. Da es hier noch keine Abwägungen zwischen Ausdauer- und Krafttraining gibt, empfiehlt sich ein ausgewogener Mix aus beiden Trainingsarten.
Fest steht also: Je aktiver man ist, desto geringer ist auch das Krankheitsrisiko. Und kommt es doch so weit, sind Sport und Krankheit oft keinesfalls ein Widerspruch!

