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Barrierefrei wohnen

Ein Treppenlift ermöglicht Gehbehinderten den Zugang ins Obergeschoss. Vor dem Einbau sollten am besten mehrere Angebote verglichen werden. (Foto: epr/treppenlift.de)Ein Treppenlift ermöglicht Gehbehinderten den Zugang ins Obergeschoss. Vor dem Einbau sollten am besten mehrere Angebote verglichen werden. (Foto: epr/treppenlift.de)

Das Zuhause sollte sich an die Bedürfnisse im Alter anpassen

Hohe Stufen, fehlende Geländer, enge Badezimmer – kaum eine Wohnung ist so gestaltet, dass sich pflegebedürftige ältere Menschen problemlos darin bewegen können. Wer trotz körperlicher Einschränkung lange zuhause wohnen bleiben möchte, sollte über die ein oder andere Umgestaltung nachdenken. Natürlich ist jedes Haus anders und jeder Bewohner hat seine eigenen Bedürfnisse, doch eine Wohnung sollte im Alter grundsätzlich zwei Eigenschaften haben: Ihre Bewohner müssen sich so weit es geht ohne fremde Hilfe darin bewegen können und sie sollte möglichst wenige Angriffspunkte für Unfälle und Verletzungen bieten. Manchmal reichen dafür kleinere Hilfsmittel oder das Verlegen des Schlafzimmers ins Erdgeschoss, sagt Katrin Hodler, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung. Manchmal ist aber auch ein Umbau sinnvoll.

Hemmende Schwellen beseitigen

Hindernis Nummer eins sind Treppenstufen und Türschwellen. Ältere Menschen, bei denen sowieso eine Bodenerneuerung ansteht, sollten sich Türkanten zwischen den Zimmern einebnen lassen. Ansonsten helfen kleine Schrägen, damit Stufen auch mit Gehhilfe (Rollator) gemeistert werden können.

Darüber hinaus sind Handläufe für die Sicherheit das A und O. Sie sollten am besten auf beiden Seiten einer Treppe vorhanden sein – führt sie um die Kurve, zumindest auf der Seite mit den breiten Stufenenden. Zudem sollte der Handlauf ein Stück über die letzte Stufe hinaus ragen. Rutschhemmende Beläge auf den Stufen sorgen für zusätzlichen Halt.

Rampe oder Treppenlift

Wenige Stufen innerhalb der Wohnung können für Rollatornutzer oder Rollstuhlfahrer mit einer Rampe versehen werden. Für längere Treppen eignen sich Liftanlagen. „Treppenlifte sind eine gute Sache“, sagt Katrin Hodler. Allerdings rät sie dazu, mehrere Angebote einzuholen und zu vergleichen. Denn in Preis und Leistung gibt es Unterschiede. Wichtig: „Die Treppe muss trotz Lift noch sicher begehbar sein. Bei gewendelten Treppen sollte der Lift deshalb auf der Innenseite montiert werden.“

In den Fokus muss auch das Bad gerückt werden, denn bei Fliesen in Kombination mit Wasser besteht große Sturzgefahr. Für Menschen mit unsicherem Gang empfiehlt sich eine  ebenerdige Dusche oder zumindest eine flache Duschwanne, eventuell mit Duschsitz. Haltegriffe und Wannenlift erleichtern den Ein- und Ausstieg aus der Badewanne.

„Rangierabstand“ beachten

Gerade wenn ein Rollator als Gehunterstützung gebraucht wird, muss ausreichend Platz in der Wohnung sein. Das gilt nicht nur für das Bad, sondern auch für den Flur und die Abstände zwischen Möbeln. Dort sowie vor allen Türen sollte möglichst ein „Rangierabstand“ von 1,5 mal 1,5 Metern bestehen. Und noch ein Tipp: Wer im Flur einen Bewegungsmelder installiert, spart sich das Tasten nach dem Lichtschalter.

Wichtig ist, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie das Wohnen im Alter gestaltet werden kann. „Bei Renovierungen werden hier oft Chancen vertan“, weiß Katrin Hodler. „Wenn die Kinder aus dem Haus sind und man zum Beispiel das Bad erneuert, sollte man gleich daran denken, eine bodengleiche Dusche einzubauen und die Türen auf 80 Zentimeter zu verbreitern.“ Dann passt zur Not auch ein Rollstuhl hindurch.

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