Auf Stippvisite in der Geburtsklinik
Wo soll der Nachwuchs zur Welt kommen? Am besten ist es, sich die Kliniken in der Umgebung vorher anzusehen. (Foto: Wavebreak Media Micro/Fotolia) Für die meisten Schwangeren ist klar: Die Geburt soll in einer Klinik stattfinden. Hier wird eine umfassende medizinische Betreuung geboten und falls doch ein Kaiserschnitt notwendig wird, kann dies gleich vor Ort passieren. Doch vor allem in größeren Städten stehen die Frauen manchmal vor der Qual der Wahl: Welche Klinik ist die richtige?
Die Infoabende für werdende Eltern, die die Kliniken in regelmäßigen Abständen anbieten, sind eine gute Möglichkeit, sich vor Ort umzusehen. Der erste Eindruck zählt: Sehen die Räume ansprechend aus, fühlt man sich gleich wohl oder bleibt da ein seltsames Gefühl im Bauch? Ist das Team, das sich beim Infoabend vorstellt, auf Anhieb sympathisch und vertrauenerweckend? Falls ja, ist das schon die halbe Miete. Und natürlich sollte die Klinik nicht allzu weit entfernt liegen, sodass sie im Notfall schnell erreichbar ist.
Geburtserleichternde Angebote
Ein Infoabend ist auch der passende Zeitpunkt, um Fragen zu stellen. Dass der Vater des Kindes bei der Geburt dabei sein kann, ist schon fast selbstverständlich. Aber kann er auch in der Klinik übernachten? Bietet das Haus extra Familienzimmer, in der die frischgebackene Familie die erste Nacht (gegen Aufpreis) gemeinsam verbringen kann? Und schließlich: Wie sehen die Besuchszeiten für enge Familienmitglieder aus? Wie wichtig die einzelnen Fragen sind, muss natürlich individuell abgewogen werden.
Fragen sollten werdende Mütter nach Empfehlung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auch nach den vorhandenen Möglichkeiten, um die Geburt zu erleichtern. Zum Beispiel:
- Ist eine Periduralanästhesie (PDA) Tag und Nacht möglich und gibt es noch andere schmerzlindernde Mittel? Werden zur Schmerzlinderung auch alternative Methoden, wie zum Beispiel Akupunktur, eingesetzt?
- Gibt es Möglichkeiten, um zwischendurch zu entspannen, etwa in einer Badewanne? Kann man vielleicht sogar in der Wanne entbinden?
- Welche geburtserleichternde Einrichtung steht bereit: Gebärhocker, Sprossenwand, Seil oder anderes?
Kaiserschnittrate und medizinische Versorgung
Auch folgende Fragen können wichtig sein:
- Wie hoch ist die Kaiserschnittrate in der Klinik (im deutschen Durchschnitt liegt sie bei rund 30 Prozent)?
- Darf ich meine eigene freiberufliche Hebamme für die Geburt mitbringen?
- Ist auch eine ambulante Geburt möglich, bei der Mutter und Kind – wenn alles in Ordnung ist – nach etwa vier Stunden bereits nach Hause gehen dürfen?
Leiden Mutter oder Kind an einer Vorerkrankung oder gibt es Komplikationen wie zum Beispiel eine Placenta praevia (wenn die Placenta vor dem Muttermund liegt und eine spontane Geburt verhindert), Mehrlinge oder eine drohende Frühgeburt, sollte man sich auf jeden Fall für eine Klinikgeburt entscheiden. Dann ist auch die Frage wichtig, welche medizinische Versorgung im Notfall für das Kind bereitsteht – sprich, ob es eine Neugeborenenintensivstation gibt, beziehungsweise, wie weit die nächste entfernt ist.

