Aromatherapie: Kopfschmerz verdufte!
Ätherische Öle riechen nicht nur gut, sondern haben auch Effekte auf den Körper: Lavendelöl wird zum Beispiel gegen Schlaflosigkeit eingesetzt. (Foto: Beboy/Fotolia) Die Aromatherapie wird bei verschiedensten Beschwerden eingesetzt.
Düfte sind eine Wohltat für Nase und Seele, je nach Zusammensetzung wirken sie entspannend oder belebend und dürfen bei kaum einer Wellnessanwendung fehlen. Doch abgesehen vom reinen Wohlfühlen werden ätherische Öle auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt – zum Beispiel, um die Abwehrkräfte zu stärken, die Stimmung aufzuhellen und Krankheitsbeschwerden zu linden. Ätherische Öle sind vielseitig einsetzbar, sie eignen sich zum Beispiel bei Hauterkrankungen, bei Schmerzen im Bewegungsapparat, bei Wechseljahresbeschwerden oder Schlaflosigkeit. In der Regel wird eine Aromatherapie mit anderen Therapieformen kombiniert. „Allerdings“, warnt die Heilpraktikerin Susanne Stierling, „ist die Qualität der verwendeten Öle wichtig.“ Stierling ist Dozentin zum Thema Aromatherapie, unter anderem an der Heilpraktikerschule Bremen.
Öle sollten naturrein sein
In ätherischen Ölen sei die Heilkraft der Pflanzen in hochkonzentrierter Form enthalten. Daher solle kein synthetisch hergestelltes, sondern nur hundertprozentig naturreines Öl, möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau verwendet werden, rät sie.
Ätherische Öle werden in der Regel verdünnt. Als Öle zum Verdünnen eignen sich Süßmandel-, Sesam-, Jojoba- oder Wildrosenöl. Eine einprozentige Verdünnung ist die Standardanwendung: Hierfür werden sechs Tropfen ätherisches Öl mit 30 Milliliter Trägeröl in einem Gefäß vermischt und dann aufgetragen. Bei Menschen mit empfindlicher Haut und Kindern reduziert man die Menge an ätherischen Ölen.
Eine der wenigen Ausnahmen ist das Pfefferminzöl, das auch direkt aufgetragen werden kann. Es eigne sich gut gegen Spannungskopfschmerzen und Herpesbläschen. „Pfefferminzöl“, weiß Susanne Stierling, „kann man mit einem Wattestäbchen pur auf die Herpesbläschen auftragen.“ Normalerweise würden in Deutschland ätherische Öle nicht eingenommen, aber ein halber Tropfen Pfefferminzöl könne gegen Übelkeit helfen. Es darf allerdings nicht bei Babys und Kleinkindern angewandt werden, denn für sie besteht die Gefahr akuter Atemnot.
Allergiker müssen vorsichtig sein
Ätherische Öle können heilende Wirkung haben, aber auch die Haut reizen. Besondere Vorsicht ist daher bei Zitrusölen geboten, die bei zu hoher Dosierung für Jucken und Brennen sorgen können. Menschen mit Duftstoffallergie sollten keine Aromaöle benutzen.
Ätherische Öle sind Pflanzenstoffe, die teils bis zu 400 verschiedene Inhaltsstoffe haben. Ein gutes Beispiel dafür ist das Neroliöl, das bei Stress und Angst wirkt und gleichzeitig eine antibakterielle Wirkung hat. Bei bakteriellen Infektionen haben sich Thymian, Oregano und Bohnenkraut bewährt, bei Schlaflosigkeit Lavendel-, Mandarinenöl oder Bergamotte.
Grundsätzlich können ätherische Öle sowohl äußerlich aufgetragen als auch inhaliert werden, sie können in Bädern, Duftlampen oder im Dampfbad ihre Wirkung entfalten oder gelangen durch Massagen über die Haut in den Körper. Wirkstoffe von ätherischen Ölen, die in einer Massage verwendet wurden, lassen sich übrigens bereits nach 15 Minuten im Urin der behandelten Person nachweisen.

