AMD: Vitamine schützen die Netzhaut

Auch in gelber Paprika steckt der gelbe Farbstoff Lutein, der die Makula schützt. (Foto: Bettina Wehmeyer / Fotolia)
Auch in gelber Paprika steckt der gelbe Farbstoff Lutein, der die Makula schützt. (Foto: Bettina Wehmeyer / Fotolia)

Patienten mit Makuladegeneration profitieren von Nahrungsergänzung.

(dbp/auh) Vitamine sind gesund. Für die Erhaltung der Sehkraft sind bestimmte Vitamine und andere Mikronährstoffe ganz besonders wichtig. Denn diese antioxidativ wirkenden Substanzen schützen das Auge vor oxidativem Stress. Zu deutsch: Sie sorgen dafür, dass schädliche Einflüsse keine allzu schlimmen Schäden anrichten können.

Die Netzhaut besteht zu etwa 60 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die sehr empfindlich auf oxidativen Stress reagieren. An einer Stelle der Netzhaut befindet sich ein gelber Fleck (lateinisch: Macula lutea). Diese Stelle, auch Makula genannt, ist für das Scharfsehen zuständig. Die gelbe Farbe der Makula wird von zwei Carotinoiden gebildet: Lutein und Zeaxanthin. „Diese Farbstoffe wirken wie eine natürliche Sonnenbrille und schützen die Netzhaut vor Schäden, die im höheren Alter zu einer zunehmenden Ablagerung von Abfallprodukten und anschließend zu einer Minderung der Sehkraft führen können“, erklärt Professor Daniel Pauleikhoff vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

Die AMD schreitet unaufhaltsam voran

Die Ablagerungen, die der Experte beschreibt, nennt man Drusen. Sie kennzeichnen die Frühform der altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Diese „frühe AMD“ führt meist nur zu geringen Sehproblemen. Farben und Kontraste werden weniger deutlich wahrgenommen. Schleichend, aber unaufhaltsam verschlechtert sich das Sehvermögen. In den meisten Fällen entwickelt sich eine sogenannte trockene AMD. Das bedeutet, dass durch die Drusen langfristig die lichtempfindlichen Stellen der Netzhaut zerstört werden (geographische Atrophie). Die trockene AMD schreitet relativ langsam voran, mündet aber in einem verschwommenen oder verzerrten Gesichtsfeld beziehungsweise einem bleibenden dunklen Fleck in der Bildmitte.

Die AREDS-Formulierung wirkt

Wesentlich seltener und aggressiver ist die feuchte AMD. Dabei wachsen neue Blutgefäße unterhalb der Netzhaut. Sie können undicht werden und dann Flüssigkeit in die Netzhaut absondern – eine Gefahr für die dortigen Zellen. Patienten mit fortgeschrittener trockener AMD haben ein erhöhtes Risiko, die feuchte Form der AMD zu entwickeln. Dieses Risiko lässt sich nachweislich durch die Gabe von bestimmten Mikronährstoffen reduzieren. Das hat bereits die erste „Age-Related Eye Disease Study“ (AREDS) im Jahr 2001 gezeigt. Seither wird das folgende Rezept, auch AREDS-Formulierung genannt, zur AMD-Therapie-Ergänzung empfohlen: 500 mg Vitamin C, 400 IE Vitamin E, 15 mg Beta-Carotin, 80 mg Zinkoxid und 2 mg Kupferoxid täglich.

Im Mai 2013 wurden die Ergebnisse der Folgestudie (AREDS 2) veröffentlicht, die im Wesentlichen die Wirksamkeit der bewährten AREDS-Formulierung bestätigten. Die zusätzliche Gabe von Omega-3-Fettsäuren erwies sich als wirkungslos. Neu: Das Beta-Carotin, das bei (Ex-)Rauchern das Lungenkrebsrisiko erhöht, kann man gegen die Carotinoide Lutein (10 mg) und Zeaxanthin (2 mg) eintauschen. Und Zink kann deutlich niedriger dosiert werden (25 mg).

Übrigens: Die Schäden, die das Rauchen im Auge hinterlässt, können mit Mikronährstoffen nicht repariert werden. Rauchen sollte für AMD-Patienten absolut tabu sein.

Eine Kommentar schreiben

Ihre Emailadresse wird nicht veröffentlicht! Erforderliche Felder sind mit einem * gekennzeichnet.

Sie können folgende HTML Tags und Attribute verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>