Aktiv werden gegen Besenreiser
Sportarten wie Schwimmen fördern die Durchblutung – das beugt Besenreisern vor. (Foto: sportgraphic/Fotolia) Besenreiser sind in der Regel harmlos – aber unschön. Sie verlaufen dicht unter der Haut und sind als hellrote, fein verästelte Gefäßäderchen oder rote Flecken sichtbar. Viel Bewegung und Beingüsse können ihre Ausbreitung stoppen.
Ursache der Besenreiser sind kleinste Venenerweiterungen, die bevorzugt an Fußknöcheln, den Beinen sowie im Gesicht zu finden sind. Nur in seltenen Fällen sind die dünnen Linien schmerzhaft – dann können sie ein Hinweis auf eine tiefer liegende Erkrankung des Venensystems sein. „In einem solchen Fall sollten die Betroffenen einen Phlebologen (Venenspezialist) oder Gefäßchirurgen aufsuchen“, rät Professor Dr. Hans-Joachim Günther, Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie sowie Präsident der Deutschen Gesellschaft Venen. Ein Facharzt könne das tiefer liegende Venensystem untersuchen, um ein Krampfaderleiden oder eine Funktionsschwäche (Insuffizienz) der Leitvene auszuschließen. Die Untersuchung erfolgt mit einem speziellen Farb-Ultraschallgerät.
Mögliche Ursachen
In der Regel seien Besenreiser jedoch gesundheitlich unbedenklich und eher ein kosmetisches Problem, sagt der Venenexperte. Ursache ist häufig eine angeborene Bindegewebsschwäche. Besenreiser können durch mangelnde Bewegung, überwiegend sitzende oder stehende Tätigkeiten, eine starke Gewichtsabnahme sowie durch Übergewicht entstehen.
Aber auch nach einer Schwangerschaft treten die kleinen Verästelungen oft auf. Der Grund liegt hier in der Hormonumstellung, die für eine Weitstellung der Gefäße sorgt. Grundsätzlich können auch lange Autofahrten und Flugreisen sowie Bettlägerigkeit Besenreiser begünstigen. Weitere Risikofaktoren sind ein hoher Alkoholkonsum, Saunagänge und sehr heiße Vollbäder.
„Man kann Besenreiser durch Verödung oder Lasern entfernen“, sagt Professor Günther. Mit beiden Verfahren ließen sich gute Ergebnisse erzielen. Wichtig sei, dass die Behandlung von einem Facharzt durchgeführt wird.
Tipp: Die Blutzirkulation anregen
Auch wenn Besenreiser gesundheitlich unbedenklich sind, lässt sich eine Menge tun, um die unschönen Äderchen gar nicht erst entstehen zu lassen. Denn ob und in welchem Maße sie auftreten, hängt zum Teil vom Lebensstil ab. „Viel Bewegung und Güsse“, sagt Professor Günther, „sind ein gutes Mittel, um Besenreiser zu verhindern.“ Die Bewegung aktiviere die Venenmuskelpumpe und wer die Beine kalt und warm duscht, trainiert die Gefäßwände und verbessert die Durchblutung. Durch den Wechsel von warm und kalt ziehen sich die Gefäße zusammen und weiten sich wieder – das ist nicht nur eine gute Vorsorge gegen Besenreiser, sondern auch gegen Krampfadern.
Bewegung, wie beispielsweise schwimmen, joggen und Rad fahren, regt die Blutzirkulation an. Gelegentliches Tragen von Kompressionsstrümpfen hat sich laut dem Experten ebenfalls bewährt und bequeme Kleidung sorgt dafür, dass das Blut nicht gestaut wird. Mit diesen Maßnahmen können bestehende Besenreiser nicht entfernt werden, wohl aber lassen sich neue unter Umständen verhindern.

