Achtung: Lungenkrebs!
Aktives und passives Rauchen sind die größten Risikofaktoren für die Entstehung eines Tumors in der Lunge.
Bei der Entstehung von Lungenkrebs spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, doch: „ Rund 85 Prozent der Erkrankungen stehen mit dem Rauchen in Zusammenhang“, warnt Oberarzt Dr. Jens Kollmeier. Er ist Onkologe (Krebsexperte) und Pneumologe (Lungenarzt) an den Helios Kliniken in Berlin. Das Rauchen selbst und auch intensives Passivrauchen sind die größten Risikofaktoren, sagt er. Schließlich sind im Tabakrauch zahlreiche krebserregende Substanzen enthalten, die sich teils erst nach der Verbrennung bilden.
Aber auch am Arbeitsplatz gibt es laut Dr. Kollmeier viele verschiedene chemische Substanzen, die beim Einatmen gesundheitsschädlich sind. Dazu gehörten Asbest, Arsen, Chrom und Nickel – Stoffe, die besonders in Kombination mit Rauchen gefährlich sind. Auch Schadstoffbelastungen in der Außenluft, wie beispielsweise Dieselruß und Feinstaub, erhöhen das Lungenkrebsrisiko.
Tumoren werden eher zufällig entdeckt
Im Frühstadium verursacht Lungenkrebs selten Beschwerden. Tumoren (Karzinome) werden daher eher zufällig entdeckt. Ernst zu nehmende Symptome sind ein über Wochen anhaltender chronischer Husten, der nicht mit einer Bronchitis in Zusammenhang steht. Häufig klagen Patienten über Auswurf, Schmerzen, Fieberschübe, Atemnot, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust.
Obwohl eine frühzeitige Diagnose des Lungenkarzinoms die Heilungschancen deutlich verbessert, gibt es keine geeignete Früherkennungsuntersuchung. Neue Methoden werden derzeit erprobt: „Wir wissen von einem Atemtest, auch elektronische Nase genannt, der anhand der ausgeatmeten Luft zu erkennen versucht, ob ein Tumorleiden vorliegt“, sagt Dr. Kollmeier. Leider seien diese Messungen noch zu ungenau und somit nicht zur Früherkennung geeignet. Möglicherweise wird sich das aber zu einem späteren Zeitpunkt ändern.
Sport und gesunde Ernährung senken das Krebsrisiko
Darüber hinaus gibt es einen Ansatz, über bestimmte Marker (Erkennungszeichen) im Blut einen Lungentumor frühzeitig zu entlarven. Diese Methode ist aber bislang noch nicht marktreif.
„Grundsätzlich“, sagt Kollmeier, „ist die wichtigste Prävention, nicht zu rauchen, sich gesund zu ernähren und viel zu bewegen.“ Durch Sport und eine gesunde Ernährung lasse sich das Krebsrisiko deutlich senken.
Aufhören lohnt sich immer
Auch Vitamine spielen im Kampf gegen Krebs eine wichtige Rolle und seien ein guter Schutz gegen Krebszellen. Häufig gebe es von Rauchern den Einwand, sie seien zu alt für das Aufhören. „Das ist definitiv falsch“, kommentiert der Experte.
Und weiter: Es lohne sich immer und jederzeit mit dem Rauchen aufzuhören – das gilt für jedes Stadium des Lebens. Wer gesund lebt und mit dem Rauchen aufhört, verbessert nicht nur seine Lebensqualität, sondern hat auch im Kampf gegen den Krebs wesentlich bessere Chancen. Denn Lungenkrebs gehört laut Dr. Kollmeier zu jenen Krankheiten, die leider nur im Frühstadium eine gute Prognose haben. Haben sich bereits Metastasen gebildet, ist eine Heilung in der Regel kaum noch mehr möglich.


