Abnehmen in der Gruppe oder am Telefon

Radikalkuren sind weder gesund noch dauerhaft erfolgreich. (Foto: olly / Fotolia)
Radikalkuren sind weder gesund noch dauerhaft erfolgreich. (Foto: olly / Fotolia)

Betreute Gruppenprogramme und Telemedizin helfen beim Gewichtsverlust

(dbp/auh) Abnehmen ist gar nicht so schwer, das größere Problem besteht darin, sein Wunschgewicht dauerhaft zu halten. Insbesondere nach sogenannten Crash-Diäten, wenn also in kurzer Zeit aufgrund extrem reduzierter Kalorienzufuhr sehr viel Gewicht verloren wurde, ist der berühmte Jojo-Effekt programmiert. Bereits kurze Zeit nach Ende der Diät zeigt die Waage oft sogar mehr Kilos an als zuvor.

Aus diesem Grund raten Ernährungsberater von Diäten ab und empfehlen stattdessen, das Essverhalten langsam umzustellen und möglichst lebenslang beizubehalten. Damit sich auch bei einer solchen sanften Methode der Gewichtsreduktion rasch ein Erfolgsgefühl einstellt, ist gleichzeitig eine deutliche Erhöhung der körperlichen Aktivität nötig.

In der Gruppe klappt es besser

So weit die Theorie. Aber in der Praxis fällt eine dauerhafte Ernährungsumstellung manchmal schwerer als – zum Beispiel – vier Wochen nur Ananas zu essen. Denn im Alltag haben sich viele Gewohnheiten eingeschlichen, die einer kalorienbewussten Ernährung entgegenstehen. In der Gruppe hingegen fällt es leichter, alte Zöpfe abzuschneiden. Die soziale Kontrolle verhindert den Selbstbetrug. In der Gruppe bleibt man bei der Stange. Das ist einer der Gründe für den Erfolg des kommerziellen Unternehmens Weight Watchers.

Gruppenkurse werden auch von Ernährungsberatern und Kliniken angeboten. So gibt es beispielsweise an der Uniklinik Gießen-Marburg ein Adipositas-Zentrum, das unterschiedlich lange Therapieprogramme für Gruppen anbietet, je nach Höhe des Body-Mass-Index (BMI) der Patienten. Inga Busse vom Adipositas-Zentrum in Gießen hält die wöchentlichen Gruppentreffen für wichtig: „Hier erfahren die Teilnehmer zunächst, dass sie mit ihrem Problem nicht alleine dastehen. In der Gruppe ist der Ansporn, das Programm durchzuhalten größer.“

Kontinuierliche Betreuung zu Hause

Den Kontroll-Effekt nutzt das Institut für angewandte Telemedizin (IFAT) am Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen für sein Gesundheitsprogramm SMART (Schlank mit angewandter Telemedizin). An die Stelle der Gruppe tritt bei diesem einjährigen Programm die regelmäßige telemedizinische Kontrolle. Zunächst werden alle Patienten ärztlich untersucht und erhalten bei einem viertägigen Aufenthalt in der Kurstadt eine individuelle Schulung zur Umstellung der Ernährungsgewohnheiten.

Zu Hause müssen sich die Teilnehmer dann auf einer speziellen Waage regelmäßig wiegen und die Daten per Handy an das IFAT senden. Sie werden das ganze Jahr über telefonisch betreut und haben jederzeit Tag und Nacht die Möglichkeit, in Krisensituationen einen Experten anzurufen. Diese individuelle und kontinuierliche Begleitung hält Dr. med. Heinrich Körtke, Leiter des IFAT, für den Grund des Erfolgs von SMART. Nach seinen Angaben nehmen die Teilnehmer in den ersten sechs Monaten durchschnittlich 6,7 kg ab und zeigen große Therapietreue. „Die Aussteigerquote – sonst üblicherweise 35 bis 50 Prozent – beträgt beim SMART-Programm nur 17,5 Prozent“, sagt Dr. Körtke.

Die Kosten für das Abnehmprogramm werden nach Rücksprache von einigen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Informationen erteilt das Staatsbad Oeynhausen.

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