„Eine Geburt muss nicht schmerzhaft sein“
Methoden wie die PDA, Akupunktur oder Akupressur können die Geburt schmerzärmer machen. (Foto: Still Representation/Fotolia)Was werdenden Müttern die Ankunft des Babys erleichtern kann.
Eine Geburt ist eines der einschneidendsten und bedeutendsten Ereignisse im Leben einer Frau. Doch vor der ersten Geburt steht oft die Angst vor dem, was währenddessen passiert und vor allem vor den Schmerzen, die damit verbunden sind. Auch wenn der Ablauf einer Geburt nie planbar ist, ist es sinnvoll, sich vorher über die Möglichkeiten, den Schmerz zu bewältigen, zu informieren. Denn: „Eine Geburt muss nicht schmerzhaft sein“, sagt Professor Dr. Frank Louwen, Leiter des Schwerpunkts Geburtshilfe und Pränatalmedizin an der Universitäts-Frauenklinik in Frankfurt. „ Schmerzen sind ein Signal, dass eine Situation nicht optimal verläuft.“ Sie entstünden beispielsweise dann, wenn der Körper bereits viele Hormone ausschüttet, die den Gebärmutterhals öffnen sollen, dieser aber noch nicht genug Rezeptoren dafür hat und daher noch nicht bereit ist.
Eine weitere Ursache sei, wenn die Austrittsphase während der Geburt schon beginnt, der Muttermund aber noch nicht weit genug geöffnet ist oder das Kind mit Vorderhaupt oder Stirn voran ausgetrieben werde und dann schwer auf die Beckenknochen drückt. Daher müsse man zunächst die Ursache des Schmerzes herausfinden, um ihn optimal bekämpfen oder gar verhindern zu können.
Wege zur Entspannung
Um den Schmerz in den Griff zu bekommen, sei alles sinnvoll, was zur Entspannung beiträgt. Das fängt mit der Aufklärung der werdenden Mutter an: „Wer nicht genau weiß, was auf ihn zukommt, ist verkrampft“, so der Gynäkologe. Unter der Geburt kann es helfen, verschiedene Positionen auszuprobieren, sich massieren zu lassen oder ein Bad zu nehmen. Auch können Methoden wie Akupunktur oder Akupressur zur Anwendung kommen. Eingesetzt werden in vielen Geburtskliniken zudem Homöopathie und Hypnose, deren Wirksamkeit sei wissenschaftlich jedoch noch nicht endgültig bewiesen.
Die häufigste Form der medikamentösen Schmerzlinderung ist die Periduralanästhesie (PDA), bei der Medikamente in die Lendenwirbelsäule gespritzt werden. Im Gegensatz zu systemischen Schmerzmitteln, die auf den ganzen Körper wirken, betäubt die PDA nur den Unterleib. Außerdem kann sie so dosiert werden, dass die Frau sich noch bewegen und beispielsweise in den Vierfüßlerstand gehen kann.
PDA ist für das Kind ungefährlich
Je nach Ursache der Schmerzen kann sie individuell und zu jedem Zeitpunkt der Geburt eingesetzt werden. Die PDA ist laut Professor Louwen auch für das Kind schonend. Andere Schmerzmittel könnten unter Umständen zu Atemstörungen beim Baby führen und sollten deshalb sehr zurückhaltend eingesetzt werden.
Je informierter eine Frau ist, desto weniger Schmerzmittel benötigt sie – das ist zumindest die Erfahrung des Frankfurter Spezialisten. „Je mehr wir auf die werdende Mutter unter der Geburt eingehen, umso wahrscheinlicher können schmerzauslösende Situationen verhindert werden“, sagt er. Ob eine Frau eine PDA wolle, könne sie letztendlich aber immer selbst entscheiden. „Wenn sie die Schmerzausschaltung will, bekommt sie sie auch“, sagt Professor Louwen.

